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Chronik Österreich
01/20/2019

Mondfinsternis: Spektakel am Morgenhimmel

Morgen ab 4.30 Uhr wird das Ereignis das letzte Mal für die nächsten neun Jahre zu sehen sein.

„Es ist eine unmenschliche Zeit, aber es zahlt sich aus“, verspricht Astronom Gottfried Gerstbach. Ab halb fünf Uhr Früh beginnt das astronomische Ereignis, ab 5.41 Uhr wird dann die totale Verfinsterung eintreten. Früh aufstehen kann sich in diesem Fall also lohnen: „Immerhin haben wir dann eine neunjährige Durststrecke vor uns“, sagt Gerstbach. In den nächsten neun Jahren wird es nämlich zu keiner totalen Mondfinsternis mehr kommen, die aus Österreich beobachtet werden kann.

Oft ist von einem Vollmond, der am Nachthimmel scheint, die Rede – das ist jedoch falsch. „Der Mond ist viel dunkler als die Erde, er strahlt aber nur so viel zurück wie ein dunkler Stein“, erklärt der Astronom. Denn der Himmelskörper reflektiert lediglich das Sonnenlicht. Bei einer Mondfinsternis steht die Erde exakt zwischen Mond und Sonne, so dringt kein Sonnenlicht zum Mond und er verdunkelt sich. Der Mond leuchtet dann jedoch rot.

„Wenn wir uns im Geist auf den Mond versetzen, sehen wir, wie die Erde sich vor die Sonne bewegt. Sie ist dabei umgeben von einem hellen Kranz, denn die Erdatmosphäre lässt etwas Sonnenlicht durch. Durch ihren Atmosphärenkranz gibt die Erde also rotes Licht zum Mond ab“, erklärt Gerstbach.

Zum Beobachten ist nicht viel nötig, eigentlich sollte man nur ausgeschlafen sein und die Augen offen halten, die Mondfinsternis kann nämlich auch mit freiem Auge gut beobachtet werden. „Mit einem Feldstecher wird es aber spannender. Der Mond wird nämlich plastischer. Man sieht dann nicht eine Scheibe, wie mit freiem Auge, sondern nimmt den Mond tatsächlich als Kugel war“, rät Gerstbach.

Raus aus der Stadt

Der Mond wird zum Zeitpunkt der Mondfinsternis im Westen stehen. Beobachten kann man das Spektakel eigentlich von überall, wo man einen freien Blick Richtung Westen hat. Gerhard Kermer von der Volkssternwarte Michelbach empfiehlt: „Wenn man Zeit hat, kann man ein bisschen aus der Ortschaft rausfahren. Wo weniger Licht ist, sieht man dann auch mehr.“ Die meisten Sternwarten bleiben geschlossen. „Um so eine frühe Zeit kommen erfahrungsgemäß kaum Leute“, erklärt Kermer.

Die Urania Sternwarte lädt ab 4.30 Uhr allerdings zu einem Mondfinsternis-Frühstück. Auch Gottfried Gerstbach empfängt ab 4.20 Uhr Besucher im Sterngarten beim Maurerwald.

„Die durch den Mond verursachten Gezeiten bremsen die Erdrotation, diese Energie überträgt sich dann aus physikalischen Gründen auf den Mond“, erklärt Gerstbach. Dadurch wird seine Bahn angehoben und er bewegt sich pro Jahr um vier Zentimeter von der Erde weg. In ferner Zukunft wird der Mond von der Erde aus also immer kleiner erscheinen.“

Die Aussichten für heute sind jedenfalls sonnig. Zumindest von Salzburg bis ins westliche NÖ. Im Osten und Südosten halten sich der Nebel hartnäckig und es wird eisig kalt.

- Theresa Bittermann