Chronik | Österreich
11.11.2018

Mit 160 km/h zum Vizeweltmeistertitel

Bastian Hackl aus Jois holte sich im chinesischen Shenzhen den zweiten Platz und 20.000 Dollar.

Wenn in China eine Weltmeisterschaft stattfindet, dann wird geklotzt und nicht gekleckert. Kein Wunder also, dass die erste Drone-Racing-WM Anfang November auf einem spektakulären LED-Rundkurs im Stadion von Shenzhen mit 32.500 Sitzplätzen über die Bühne ging. Allerdings vor leeren Rängen – verständlich bei Ticketpreisen von rund 110 Euro.

Mit dabei war auch Bastian Hackl aus Jois, er kürte sich beim Event mit 128 Teilnehmern aus 34 Ländern zum Vizeweltmeister hinter dem 15-jährigen Rudi Browning aus Australien. „Normalerweise fliegen wir nicht in einem Stadion, sondern auf einem mit Fahnen und Toren ausgesteckten Rundkurs auf der Wiese. Der Event war schon beeindruckend, vor allem in der Nacht, als die eigens aufgebaute Rennstrecke mit LEDs beleuchtet wurde “, sagt der 21-jähriger WU-Student aus Jois im Gespräch mit dem KURIER.

Durchbruch

Zum Drohnenflug ist er vor drei Jahren durch einen Freund gekommen. „Zuerst wollte ich schon aufgeben, weil das Fliegen nicht so funktioniert hat, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber plötzlich hat es Klick gemacht und die Drohne hat endlich das gemacht, was ich wollte.“ Heute ist Hackl mit bis zu 160 km/h auf den diversen Rundkursen unterwegs – und das weltweit. Möglich ist das dank Sponsoren, seinen Lebensunterhalt kann er mit der Randsportart (noch) nicht verdienen, auch wenn der Vizeweltmeistertitel 20.000 Dollar wert war. „Das Team Blacksheep, ein Hersteller von diversen Drohnen-Ersatzteilen, unterstützt mich sehr“, sagt Hackl.

Mehrere tausend Euro kostet seine Ausrüstung, die Hackl teilweise selbst zusammenbaut. „Im Handel gibt es kaum geeignete Geräte für diese Art von Rennen.“ Geflogen wird mit VR-Brille und nicht auf Sicht, wie bei normalen Drohnen üblich. „Bei einem Rennen können bis zu acht Drohnen gleichzeitig starten. Da wird es dann schon eng und es kommt auch zu Kollisionen“, sagt der Joiser, der zur Weltmeisterschaft von „Co-Pilot“ Walter Kirsch begleitet wurde. „Das ist wichtig, weil ich als Pilot ja nicht sehe, wo sich die Gegner gerade befinden. Er sagt mir, auf welchem Platz ich liege, ob ich Gas geben muss oder auf Sicherheit fliegen kann.“

Bei der WM hatte es zunächst gar nicht gut für Hackl ausgeschaut, in der Qualifikation platzierte er sich nur an 24. Stelle. „Aber in den Ausscheidungsrunden habe ich dann endlich meine Linie gefunden und den zweiten Platz geholt“, sagt der 21-Jährige.

International

Bisher ist Hackl nur auf Einzelveranstaltungen unterwegs, aber sowohl in Europa als auch in den USA etablieren sich nach und nach eigene Ligen. „Anfang Dezember bin ich in Birmingham bei einem ziemlich großen Rennen dabei, dann kommt die Winterpause.“