Chronik | Österreich
11.01.2018

Ministerin Köstinger bekräftigt den Umzug des Umweltbundesamts

Streit um den Standortwechsel geht weiter. Es wurde noch kein Grundstück gekauft.

Für die einen ist es reine Geldverschwendung, für die anderen eine Stärkung des ländlichen Raumes. Der geplante Umzug des Umweltbundesamts von Wien nach Klosterneuburg (NÖ) scheidet nach wie vor die politischen Geister.

Fixiert hat ihn der frühere Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP). Elisabeth Köstinger, Rupprechters Nachfolgerin, wird den Plan nun umsetzen.

"Ein Neubau bzw. ein einem modernen Bürostandard entsprechender Bau in einem klimaaktiven Standard ist notwendig", bestätigt Köstinger in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Neos. Derzeit sei das Umweltbundesamt auf vier Standorte verteilt, was "zu einem Verlust von Produktivzeiten durch die anfallenden Wegzeiten zwischen den einzelnen Standorten" führe. Außerdem müsste der bisherige Hauptsitz in Wien-Alsergrund in den nächsten fünf bis sieben Jahren in weiten Teilen saniert werden.

Noch kein Grundstück

"Darüber hinaus sind auch betriebswirtschaftliche Aspekte, wie der finanzielle Zuschuss des Landes Niederösterreich in Betracht zu ziehen", meint die Ministerin. "Nicht zuletzt hat sich die Bundesregierung im Regierungsprogramm 2017–2022 dafür ausgesprochen, die Bedürfnisse des ländlichen Raumes stärker zu berücksichtigen." Köstinger bestätigt aber auch, dass noch "kein konkretes Grundstück festgelegt" wurde. Von ihrem Vorgänger wurden für das Projekt rund 46,5 Millionen Euro veranschlagt, zwölf Millionen Euro sollen die Stadt Klosterneuburg und das Land beisteuern.

Indes will sich Köstinger in Sachen anfallende "Umzugskosten" noch nicht festlegen. "Derzeit liegt nur eine grobe Kostenschätzung vor", räumt sie ein. "Diese umfasst die Erlangung einer Liegenschaft und sämtliche Kosten der Errichtung des Bürogebäudes inklusive aller Steuern und Nebenkosten, aber exklusive der Finanzierungskosten."

"Die neue Umweltministerin will sich offenbar vor klaren Antworten bis nach der niederösterreichischen Landtagswahl drücken", sagt Neos-Abgeordneter Michael Bernhard zum KURIER. "Sie hat kein einziges konkretes Argument für die Absiedelung nach Klosterneuburg angeführt." Nachsatz: "Der Hinweis auf Stärkung der ländlichen Region durch eine Absiedelung des Umweltbundesamts zeugt von großer Unkenntnis der geografischen Lage von Klosterneuburg."