Chronik | Österreich
05.02.2018

Millionen-Pleite eines Bauunternehmens

Bereits die Vorgängerfirma ist in die Insolvenz gerutscht, ein Rechtsstreit mit der Arbeiterkammer ist anhängig.

Dieses insolvente Unternehmen ist auf den Hallenbau für Autohäuser und die Sanierung sowie Neuherstellung von Fassaden spezialisiert. Eigentlich dreht sich dieser Insolvenzfall um zwei Pleiten. Im Februar 2017 ist über das Vermögen der Hallenbau Pfeiffer GmbH (Claus Pfeiffer) ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.

„Bereits vor Insolvenzeröffnung hat die Pfeiffer Bauplanungs GmbH (Claus Pfeiffer) von der insolventen Hallenbau die Dienstnehmer übernommen, sodass eine Unternehmensnachfolge, insbesondere nach dem Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG) im Dienstnehmerbereich im Raum steht“, teilt der Gläubigerschutzverband AKV mit.“ „Diesbezüglich sind Verfahren über übernommene Dienstnehmerforderungen in der Höhe von 800.000 Euro gerichtsanhängig. Ob und in welchem Umfang diese Haftungen schlagend werden, kann derzeit noch nicht verlässlich beurteilt werden.“ Kläger ist die Arbeiterkammer Graz. Die beklagte GmbH ist mit relativ hohen Rechtsanwaltskosten konfrontiert. Doch das Problem schlägt bereits durch.

"Die nötige Liquidität um notwendige Vorleistungen für größere Aufträge zu schaffen ist daher entzogen", weiß der KSV1870. "Der Betriebsmittelrahmen wurde in den vergangenen Monaten seitens der Hausbank sukzessive reduziert." Dem vernehmen nach auf ein Drittel des ursprünglichen Rahmens.

Fakt ist, die Pfeiffer Bauplanungs GmbH mit Sitz in Krottendorf-Gaisfeld ist nun auch insolvent. Sie hat ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind 40 Dienstnehmer und 56 Lieferanten. Das insolvente Unternehmen wird von der renommierten Wiener Sanierungsanwaltskanzlei Abel & Abel vertreten.

Schulden und Vermögen

Die aktiva haben einen liquidationswert in Höhe von 201.000 Euro, die Verbindlichkeiten dürften laut Creditreform rund 1,87 Millionen Euro betragen. Davon entfallen 800.000 Euro auf etwaige Haftungsansprüche aus dem Prozess mit der AK, 315.000 Euro auf die Finanz und 250.000 Euro auf die Gebietskrankenkasse sowie 240.000 Euro auf Lieferanten.

„Angestrebt wird eine Weiterführung und der Abschluss eines Sanierungsplanes“, heißt es weiter. Die Insolvenzgläubiger sollen 30 Prozent Quote erhalten. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2004 gegründet. Das Stammkapital in der Höhe von 35.000 Euro ist zur Gänze eingezahlt. Es wird von Claus Pfeiffer gehalten, der auch der handelsrechtliche Geschäftsführer ist.

So sollen laut AKV „Aufträge in der Höhe von netto 900.000 Euro vorhanden sein, welche bis zum April 2018 abgearbeitet werden könnten“. Auch ein großauftrag samt saftiger Anzahlung winkt dem Unternehmen. So rechnet man mit einem Überschuss in Höhe von rund 270.000 Euro. Zugleich sollen „zur Sicherung des Fortbetriebes auch eine Kaution hinterlegt werden“. Das insolvente Unternehmen wird von der renommierten Wiener Sanierungsanwaltskanzlei Abel & Abel beraten.