Miete: Acht Euro warm

THEMENBILD: GEMEINDERATS- BÜRGERMEISTERWAHL IN SAL
Foto: APA/BARBARA GINDL Wohnen in Salburg ist vergleichsweise teuer.

SPÖ will Energie- und Behindertenstandards senken, um Wohnen billiger zu machen.

42 im Stadtteil Nonntal, zwei Zimmer, Einbauküche, Balkon und Kellerabteil: Für diese Wohnung verlangt ein privater Vermieter in Salzburg monatlich 810 Euro. Und das, ohne rot zu werden, denn in der Landeshauptstadt sind solche Preise durchaus marktüblich.

"In der Stadt Salzburg verdienen die Menschen durchschnittlich 1350 Euro netto. Bei solchen Wohnkosten bleibt wenig zum Leben übrig", sagt SPÖ-Landeschef Walter Steidl, der das Wohnen verbilligen will. Er sagt: "Acht Euro pro Quadratmeter brutto und warm sind genug." Doch der geförderte Wohnbau ist teuer: Hohe Energiestandards, Barrierefreiheit und architektonische Raffinessen wie Glasfronten gehen ins Geld, sagt er. Alleine beim Streichen des Passivhaus-Standards könne man fünf Prozent Baukosten sparen, ohne dass die Qualität leide.

Dem stimmt der Salzburger Baustadtrat Johann Padutsch teilweise zu. "Welche Bauweise am energiesparendsten ist, darüber streitet die Fachwelt. Einen gewissen Standard brauchen wir aber, um zukunftsfähig zu bleiben." Um das Wohnen dauerhaft leistbar zu machen, müsse der Druck auf den Markt verstärkt werden.

Die SPÖ fordert eine Änderung im Raumordnungsgesetz: Bauland, das zehn Jahre nicht genutzt wird, solle in Grünland zurückgewidmet werden. Die Stadt will die Preise durch ein größeres Angebot drücken. Bis 2020 sollen 5000 neue Wohnungen errichtet werden, für die Hälfte gibt es bereits konkrete Pläne, sagt Padutsch. Ein Riesenprojekt werde der Umbau der Riedenburgkaserne mit 360 neuen Wohnungen, 250 davon gefördert. Ein ähnliches Vorzeigeprojekt ist der "Freiraum Maxglan" mit 300 Einheiten. 48 davon wurden kürzlich übergeben.

11 Prozent teurer

Salzburg und Innsbruck gelten als die teuersten Landeshauptstädte Österreichs, wobei Salzburg auf dem Immobilienpreisspiegel 2013 heraussticht: Bis zu 11 Prozent Preissteigerung gab es insgesamt, 12,1 Prozent bei den Preisen für Bauland. Zum Vergleich: Auf dem zweiten Platz ist Linz mit einer Preissteigerung von 4,5 Prozent. Billiger geworden ist nur Eisenstadt mit minus 2 Prozent.

(kurier) Erstellt am
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