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Chronik Österreich
09/26/2018

„Messer hat man schnell zur Hand“ – 3 Attacken in 24 Stunden

Nach einem Streit vor einer Schule in Absam gab es drei Verletzte. Langfristiger Anstieg bei Angriffen.

von Matthias Nagl

Nach einem Streit vor einer Schule in Absam gab es drei Verletzte. Langfristiger Anstieg bei Angriffen.Tatort Absam, Tirol, Dienstagabend. Ein 19-Jähriger soll zwei 16-Jährige mit einem Klappmesser attackiert haben, drei Verletzte. Tatort Linz, Montagabend. Ein 16-Jähriger soll einen 19-Jährigen erstochen haben. Tatort Kufstein, Montagabend. Ein 31-Jähriger wird verdächtigt einem 51-Jährigen mehrere Stichverletzungen zugefügt zu haben.

Auseinandersetzungen, die mit dem Messer ausgetragen wurden, haben in den vergangenen Tagen die Polizei beschäftigt. Aktuelle Zahlen für das laufende Jahr liegen nicht vor, aber klar ist, dass die Verwendung von Stichwaffen stark zugenommen hat. Seit 2008 haben sich die Delikte mit Stichwaffen auf 701 im Jahr 2017 mehr als verdreifacht. Gegenüber 2016 gab es aber einen leichten Rückgang (siehe Kasten).

Beim jüngsten Fall vor einer Berufsschule in Absam versetzte der 19-Jährige den beiden 16-Jährigen laut Exekutive einen Bruststich bzw. einen Stich in den Hals. Daraufhin wurde der 19-Jährige von Mitschülern überwältigt und ebenfalls verletzt, er erlitt einen Schädelbruch. Das Motiv war unklar, die Beteiligten konnten wegen ihrer Verletzungen bis Mittwoch noch nicht vernommen werden.

Messer als Gelegenheitswaffe

Die Gründe für die vermehrten Messerattacken seien vielfältig. „Die Hemmschwelle ist extrem nach unten gegangen. Hat man früher Probleme mit den Fäusten ausgetragen, ist heute der Griff zum Messer da“, sagt Vincenz Kriegs-Au, Sprecher des Bundeskriminalamts (BK). Einerseits gebe es einen Anstieg bei Streits in Communitys und interethnischen Auseinandersetzungen. Andererseits komme das Messer auch bei Konflikten im Drogenmilieu öfter zum Einsatz.

„Es ist eine sogenannte Gelegenheitswaffe. Ein Messer hat man schnell zur Hand“, erklärt Kriegs-Au. Das Tragen der Waffen sei dabei ein Teufelskreis. „‚Die anderen haben auch ein Messer mitgehabt, dann nehm ich auch eines mit’, hören wir öfter bei Einvernahmen“, sagt der BK-Sprecher.

Bei den Tötungsdelikten gibt es dagegen auch mit Stichwaffen keinen großen Anstieg. „Die Täter verwenden Messer nicht gesteigert, um andere umzubringen“, sagt Kriegs-Au.

 

Geständnis in Linz

Die Gefahr als unbeteiligter Opfer eines Messerangriffs zu werden, sei relativ gering. In der Mehrheit der Fälle kennen einander Opfer und Täter. So war es auch beim Mord am Montag in Linz. Der 16-jährige Tatverdächtige gestand mittlerweile die Tat. Offenbar haben einander die beiden Afghanen gekannt. Ein Motiv gab der Verdächtige nicht an. Es soll aber schon früher zu Streitereien gekommen sein.

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