Chronik | Österreich
14.05.2016

Meningokokken: 15-Jähriger stirbt im Spital

Rasanter Verlauf - die Ärzte konnten den Fürstenfelder nicht mehr retten

"Ein derartig rasanter Krankheitsverlauf kommt in Österreich wahrscheinlich alle zehn Jahre vor", sagt Gerfried Zobel, Leiter der Intensivstation der Grazer Kinderklinik. Dort wurde Donnerstagnachmittag ein 15-jähriger Fürstenfelder mit einer Meningoenzephalitis eingeliefert. Zwei Stunden später starb der Teenager.

Der 15-Jährige hatte bei der Einlieferung hohes Fieber. Sofort wurden sämtliche Maßnahmen getroffen, um die Entzündung des Gehirns und der Hirnhaut in den Griff zu bekommen. "Bei einer Meningitis mit normalem Verlauf genesen Kinder wieder vollständig. Doch im gegenständlichen Fall war sofort das gesamte Gehirn betroffen; es konnte nur noch eine minimale Restdurchblutung festgestellt werden. Daraufhin trat der Hirntod ein", berichtet Zobel.

Die Bezirkshauptmannschaft Hartberg-Fürstenfeld wurde über den Vorfall informiert, die engsten Kontaktpersonen wurden prophylaktisch mit Antibiotika behandelt. Weitere Meningitis-Erkrankungen sind laut Zobel nicht aufgetreten.

Tröpfcheninfektion

Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch beispielsweise beim Anhusten, Niesen oder Küssen übertragen. Wenn die Erreger in die Blutbahn gelangen, überschwemmen sie den Körper mit Giftstoffen, können Erkrankungen und Infektionen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen.

Fieber, Nackenschmerzen, Erbrechen, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit sind Anzeichen zur Früherkennung. Gefährdet sind vor allem Babys und Kleinkinder: 50 Prozent der Erkrankungen treten in diesem Alter auf. Einen zweiten Häufigkeitsgipfel gibt es bei Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 19 Jahren (20 Prozent der Fälle).