Chronik | Österreich
01.08.2018

Mehr Sicherheit zu Wasser: Alkohol-Schnelltests für Kapitäne

Lücke geschlossen: Betrunkene Bootsführer sollen wie Kfz-Lenker im Straßenverkehr durch Vortestgeräte gestoppt werden.

Kfz-Lenker kennen Gerät wie Prozedur: Alkohol-Vortestgeräte, mit denen die Polizei bei Routinekontrollen rasch feststellen kann, ob ein Fahrer betrunken ist. Und das ohne „begründeten Verdacht“, wie er etwa für den Alkomattest nötig ist. Bei Schiffsführern gibt es diese Vortests nicht, sie waren im Gesetz einfach nicht vorgesehen. Nur, wenn der Lenker eines Bootes eindeutige Zeichen von Alkoholisierung aufwies, kann die Polizei beziehungsweise die Schifffahrtsaufsicht aktiv werden.

Die gleichen Regeln

Das Infrastrukturministerium will diese Lücke nun mit der jüngsten Schifffahrtsnovelle schließen und damit die Sicherheit zu Wasser erhöhen: Auch für (Hobby-)Kapitäne sollen die gleichen Regeln gelten wie für Pkw-Lenker, Lkw-Chauffeure oder Radfahrer. Das betreffe die Steuermänner jeder Art von Bootstyp, vom Motorboot bis hin zum Segelboot, erläutert Bernd Birklhuber vom Ministerium. „Die Regelung ist analog zu jener im Straßenverkehr zu sehen. Das gilt für die gewerbliche Schifffahrt, aber zum Beispiel auch für Sportbootfahrer.“

Für Verkehrsteilnehmer zu Land besitzt die Polizei bereits seit 2005 die Möglichkeit, Vortestgeräte einzusetzen. Das soll jetzt auch in der Schifffahrt gelten, die Novelle ist derzeit in Begutachtung. Allerdings besteht zwischen Berufskapitänen auf der Donau und Hobbymatrosen auf Seen ein Unterschied: In der gewerblichen Schifffahrt besteht eine Alkoholgrenze von 0,1 Promille, bei allen anderen Bootsführern beträgt sie 0,5 Promille.

Seitens der Wirtschaftskammer wird die neue Regelung begrüßt. „Für die Unternehmen ist das völlig in Ordnung“, versichert Ernst Pollak von der Kammer in Wien. „Es ändert sich ja materiell nicht viel. Und dass stockbetrunkene Kapitäne auf Schiffen nichts verloren haben, ist Allgemeingut.“

Eine weitere Änderung dürfte aber Hobby-Kapitäne freuen. Solche nämlich, die mit Schlauchbooten auf dem Meer unterwegs sind: Einige Staaten verlangten dafür eine eigene Zulassung, die eine langwierige Prozedur war. Das fällt mit der Ausstellung des Seebriefes weg.