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Nur noch 30 Tiere: Die Luchs-Population in Österreich schrumpft

Laut Monitoring-Daten des WWF ist besonders die größte Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel betroffen.
Ein Luchs-Muttertier stupst zärtlich ihr kleines Junges an, während beide zwischen Felsen ruhen.

Zusammenfassung

  • WWF warnt vor einer dramatischen Zuspitzung der Luchssituation in Österreich, der Bestand ist auf rund 30 Tiere gesunken.
  • Der aktuelle FFH-Bericht zeigt eine Verschlechterung der größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel sowie einen gefährdeten Bestand im Nationalpark Kalkalpen.
  • Hauptbedrohungen sind Wildtierkriminalität, zerschnittene Lebensräume und genetische Verarmung, wodurch der Luchs in Österreich akut gefährdet bleibt.

Anlässlich des Tags des Luchses am kommenden Donnerstag warnt der WWF vor einer "dramatischen Zuspitzung" der Situation für diese Tierart in Österreich. Laut Monitoring-Daten sei der Bestand auf nur noch rund 30 Tiere gesunken.

Zugleich zeigt der aktuelle FFH-Bericht Österreichs an die Europäische Kommission, dass sich nun auch die bisher größte Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel verschlechtert hat, hieß es in einer Aussendung am Dienstag.

"Ohne rasche Gegenmaßnahmen droht Österreich den Luchs binnen weniger Jahre regional dauerhaft zu verlieren. Wir müssen die verbleibenden Bestände stützen, Lebensräume besser vernetzen und Wildtierkriminalität konsequent bekämpfen", forderte Magdalena Erich vom WWF.

Nur noch ein junges Tier im Nationalpark

Im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist laut den Angaben von den vier nachgewiesenen Tieren nur noch der dreijährige Luchs Janus noch jung, während drei Luchse bereits ein sehr hohes Alter von 12 bis 14 Jahren erreicht haben. Da Luchse in freier Wildbahn maximal etwa 17 Jahre alt werden, sei dieser Bestand in Gefahr.

Der WWF fordert daher eine umfassende, fachlich fundierte Bestandsstützung, ein entschlossenes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität sowie eine Raumplanung, die bestehende Lebensräume sichert und besser miteinander verbindet.

Lebensräume zerschnitten

Zwar konnten Luchse nach ihrer Ausrottung seit den 1970er-Jahren wiederangesiedelt werden. Durch Straßenbau und andere Infrastrukturprojekte würden jedoch die Lebensräume zerschnitten. "Der Austausch zwischen den Beständen bleibt aus, wodurch genetische Verarmung und Inzucht zu einem immer größeren Problem werden", sagte Erich. Zusätzlich bedroht illegale Verfolgung den Fortbestand der Art.

Alle sechs Jahre berichten die Mitgliedstaaten der Europäischen Union über den Zustand der nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geschützten Arten und Lebensräume.

Akut gefährdete Tierart

Für den Luchs zeichnet der kürzlich aktualisierte Bericht für den Zeitraum 2018 bis 2024 ein alarmierendes Bild. Die alpine Population verharrt weiterhin in einem schlechten Erhaltungszustand. Insgesamt bleibt der Luchs damit in Österreich akut gefährdet.

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