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Strafvollzug
12/05/2014

Einbrecherkönig plant Insassen-Gewerkschaft

Lohnrunde für 5500 Häftlinge bringt nur 12 bis 18 Cent pro Stunde mehr.

Ernst Stummer ist ein Häfen-Insider. Der selbst ernannte Einbrecherkönig, der für Tausende Coups mehr als 30 Jahre hinter Gittern saß, wälzt derzeit den Plan, eine Insassen-Gewerkschaft zu gründen. Oberstes Ziel auf der Agenda: Mehr Lohn für die 5500 Strafgefangenen.

Die würden zu wenig verdienen, argumentiert Stummer. Daran wird auch die nun anstehende Lohnrunde für die Häftlinge nichts ändern. Obwohl die Gefangenen, für die Arbeitspflicht gilt, turnusmäßig nur um ein paar Cent mehr bekommen, sorgt das Thema im Boulevard alljährlich für einen Aufschrei.

Anders als in Deutschland, wo die Eingesperrten für einen Mindestlohn kämpfen, findet hierzulande auf Basis einer Verordnung eine jährliche Tarifindex-Anpassung statt. Je nach Tätigkeit sollen die Strafgefangenen ab Anfang 2015 zwischen 12 und 18 Cent pro Stunde mehr bekommen – und zwar brutto. Netto ist die Erhöhung kaum spürbar: Denn von einem Stundenlohn von 5,61 bis 8,41 Euro bleiben ein bis eineinhalb Euro übrig, den Rest zieht der Vollzug für die Unterbringung und Arbeitslosenversicherung ab. Vom Nettobetrag wird die Hälfte für die Insassen gespart.

Die Zustimmung von Justizminister Wolfgang Brandstetter ist rein formaler Natur. Im Ministerium betont man, dass die Arbeit "ein wichtiger Teil der Resozialisierung" sei.

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