Dieses Grundstück  ist der Wunschstandort der Landesregierung für das neue Spital

© Marktgemeinde Stainach-Pürgg

Chronik Österreich
07/21/2020

„Leitspital Liezen“: Zweites Grundstück wird untersucht

Land lässt nun auch eine Alternative zu dem bevorzugten Standort im Ennstal prüfen.

von Elisabeth Holzer

In die Debatte um das „Leitspital Liezen“ kommt Bewegung: Die steirische Landesregierung lässt ab heute, Dienstag, auch Bohrungen auf einem Alternativgrundstück durchführen, das ebenfalls in Stainach-Pürgg liegt.

Auf diese Gemeinde als Standort für das neue Krankenhaus im Ennstal hat sich die ÖVP-SPÖ-Koalition eingeschworen, allen Ärger der Opposition und des Widerstands einer Bürgerinitiative zum Trotz.

Meterhohe Pfähle

Auch eine ablehnende Volksbefragung im Bezirk 2019 erschütterte den Plan von Schwarz-Rot nicht, ebenso wenig das Gutachten über das präferierte Grundstück in Bahnhofsnähe: Es weist „prinzipielle“ Bebaubarkeit aus allerdings zum Teil auf meterhohen Pfählen. Das Grundstück ist ob seiner Nähe zur Enns von möglichem Hochwasser bedroht.

Ausschlusskriterium ist das für die Landesregierung zwar keines, dennoch gab der Gesundheitsfonds am Montag die Tests auf einem Areal im Ortsteil Niederhofen bekannt. „Nach Vorliegen des Gutachtens über Bodenbeschaffenheit und Rahmenbedingungen der Bebaubarkeit wird sich das Expertengremium erneut beraten“, hieß es in der Stellungnahme.

Das ist noch kein Indiz für einen Schwenk weg vom eigentlich geplanten Grundstück: Die Beprobung einer Alternative ist nötig, um durch die Naturverträglichkeitsprüfung zu kommen. Diese fällt an, wenn ein Projekt in einem EU-geschützten „Natura 2000“-Gebiet stattfindet wie im Ennstal.

Spital soll 2025 fertig sein

Laut Landesregierung soll der Neubau in Stainach-Pürgg 2025 fertig sein und 250 Millionen Euro kosten. Das „Leitspital“ soll drei bestehende Krankenhäuser ersetzen: Rottenmann, Bad Aussee und Schladming. Die Bürgerinitiative „BISS“ und sämtliche Oppositionsparteien treten dagegen auf, unter anderem wegen des ungeeigneten Grundstücks und der dadurch zu erwartenden Kostensteigerung. Außerdem würden die sich die Anfahrtswege für die Bezirksbewohner in ein Spital um bis zu 70 Prozent erhöhen, ein Drittel der Spitalsbetten fielen weg.

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