Die Lavant droht wieder über die Ufer zu treten.

© /Josef Kuess

Kärnten
11/07/2014

Lavamünd zwischen Hoffen und Bangen

Zwei Jahre nach dem Hochwasser ist die Gemeinde wieder bedroht/Neue Regenfront.

von Thomas Martinz

In Kärnten ist die Hochwassergefahr weiterhin akut. Die Problematik verlagerte sich am Freitag von Oberkärnten ausgerechnet nach Lavamünd, das vor exakt zwei Jahren und drei Tagen von einem derartigen Jahrhundert-Ereignis in Mitleidenschaft gezogen worden war. Keller wurden bereits überflutet, für heute ist Starkregen angesagt.

Lavamünd schwebt zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Entwarnung und neuerlichen, regenreichen, Wetterprognosen. "Freitag in der Früh war die Lage kritisch, es drohte die Lavant wieder über die Ufer zu treten. Am Nachmittag konnte kurzfristig Entwarnung gegeben werden, aber am Samstag gibt es weitere Niederschläge", erzählt Martin Brudermann, Kommandant der Feuerwehr Lavamünd.

Mit Unterstützung der Nachbarn aus Hart, Ettendorf, Neuhaus, Bach, St. Georgen, St. Paul, St. Andrä und Bleiburg wurden hunderte Sandsäcke in Stellung gebracht, viele Menschen haben ihre Pkw vom Flussufer der Lavant weg auf höher gelegenen Parkplätzen abgestellt.

"Bisher mussten nur ein paar Keller ausgepumpt werden, kleinere Bäche sind über die Ufer getreten. Wir hoffen, dass wir diesmal glimpflich davon kommen", sagt Lavamünds Bürgermeister Josef Ruthardt.

Stausee als Puffer

Robert Zechner vom Verbund lässt die krisengewohnte Bevölkerung zumindest zwischenzeitlich aufatmen: "Sollte die Drau mehr als 1600 Kubikmeter Wasser pro Sekunde transportieren, haben wir den Völkermarkter Stausee als Puffer vorgesehen, um das vorübergehend abzufangen." Gestern Abend wurden 1000 Kubikmeter pro Sekunde gemessen.

Der Verbund hatte ja vor Tagen vorsorglich die großen Stauräume bei den Draukraftwerken um bis zu 2,5 Meter abgesenkt. In der Gemeinde Lavamünd ist man nach wie vor der Meinung, dass die Gesellschaft am Jahrhunderthochwasser vor zwei Jahren, durch das ein Schaden von 6,5 Millionen Euro entstand, Schuld sei. Eine Klage ist aufrecht, der Verbund weist jede Schuld von sich.

Aktuell bereitet eine Regenfront, die am Samstag aus Slowenien kommend Kärnten erreichen wird, Sorgen. "Es könnten 100 Liter Wasser pro Quadratmeter dazukommen", sagt Paul Rainer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

In Zentralslowenien sind mehrere Orte von Überschwemmungen betroffen, in der Großgemeinde Ig vor Laibach mussten dutzende Menschen evakuiert werden. Alarm gab es auch im Nordosten des Landes, nachdem die Drau an mehreren Stellen über die Ufer getreten war. Rund um Dravograd und Vucenica, an der Grenze zu Österreich, wurden Gebiete überflutet.

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