Chronik | Österreich
16.08.2018

Landesrätin will geplante Gletscher-Ehe auf Eis legen

Tirols Umweltlandesrätin Ingrid Felipe will das laufende UVP-Verfahren zum Zusammenschluss von Ötz- und Pitztal prüfen.

Die Reaktion des Koalitionspartners von Umweltlandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) ließ nicht lange auf sich warten und fiel deutlich aus. „Das ist Wunschdenken und hat mit der politischen und rechtlichen Realität überhaupt nichts zu tun“, sagte Tirols VP-Wirtschaftsbund-Chef Franz Hörl zu einem Plan der LH-Stellvertreterin, die geplante Gletscher-Ehe zwischen dem Pitz- und dem Ötztal auf Eis zu legen.

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, will Felipe prüfen lassen, ob sie das derzeit laufende UVP-Verfahren für die Skigebietsverbindung für eine bestimmte Zeit ruhend stellen kann. Und zwar als Sanktion für eine Umweltsünde. „Es kann nämlich nicht sein, dass einerseits ein UVP-Verfahren für den Zusammenschluss der beiden Skigebiete anhängig ist, aber gleichzeitig am Pitztaler Gletscher ein Skiweg am Grat des Hinteren Brunnenkogels massiv verbreitert wird. Ohne Bewilligung wohlgemerkt“, sagt sie.

Umstrittene Pisten

Das Projekt ist innerhalb der schwarz-grünen Koalition ein Zankapfel, weil die Projektwerber nicht nur eine Liftverbindung, sondern auch 64 Hektar neue Pistenflächen bauen wollen. „Mit so einem Schmäh kann man kein Verfahren abstechen. Felipe soll den Koalitionsvertrag lesen, dann weiß sie was zu tun ist“, sagt Hörl, seines Zeichens auch Sprecher der österreichischen Seilbahnwirtschaft.

Das Projekt Ötztal-Pitztal ist im Koalitionsvertrag 2018 bis 2023 eine jener Lift-Verbidungen, die zwischen ÖVP und Grünen „außer Streit gestellt werden“. Es müsse nach den „einschlägigen rechtlichen Kriterien“ abgearbeitet werden. Dieses Zugeständnis brachte den Grünen viel Kritik ein, zumal das Vorgänger-Übereinkommen (2013 bis 2018) nur eine Liftverbindung zwischen den Gletschern vorgesehen hatte.