22.03.2013: An der HTL Ferlach wurde ein Mordkomplott angezeigt

© Daniel Raunig

Kärnten
03/25/2013

Kritik am HTL-Krisen-Management

Nach Morddrohungen an Schule fordert Landesschulratspräsident strenge Aufnahmekriterien.

von Brigitta Luchscheider

Der designierte Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger ist empört: „Das Krisenmanagement an der HTL Ferlach hat nicht funktioniert“, sagt er zu den angeblichen Morddrohungen von Schülern gegenüber ihren Kollegen: „Die Sicherheit der Schüler hat Vorrang, zu langes Abwarten verschärft die Situation. Verdachtsfälle müssen sofort der Polizei gemeldet werden.“ In diesem Fall hätte die Direktion eine Woche verstreichen lassen.

Wie berichtet soll ein 22-jähriger Schüler aus Deutschland mit einem 16-jährigen Kärntner Kollegen an der Schule mit dem Umbringen bedroht haben: Sie wollen offenbar nicht mehr bei einem geplanten Einbruch mitmachen. Überdies soll der Deutsche auch drei seiner Nachhilfeschüler mit einer Waffe bedroht haben. Er wurde vom Unterricht suspendiert und kurzfristig festgenommen. Über ihn wurde ein vorläufiges Waffenverbot verhängt. Er besaß legal zwei Pistolen.

Verantwortungsvoll

Das Lehrpersonal an der Abteilung für Waffentechnik sollte besonders verantwortungsvoll vorgehen, meint Altersberger auch hinsichtlich einer benachbarten Schülerverbindung: „Es gibt neben der Schule die Burschenschaft Hollenburg, die sich um die Jugendlichen an der HTL kümmert.“ Derzeit besuchen etwa 15 „Hollenburger“ die HTL Ferlach. Laut Homepage will die Burschenschaft die Schüler bei den „ersten Schritten ins harte Berufsleben“ begleiten.

Der Deutsche zählte jedoch nicht zu den Schützlingen der Verbindung. Polizei-Sprecher Rainer Dionisio zur Causa: „Es sind noch einige Befragungen durchzuführen. Die Bedrohungen sollen im September 2012 begonnen haben.“ Der Akt soll spätestens am Mittwoch an die Staatsanwaltschaft gehen.

Auch der psychische Zustand des 22-Jährigen wird überprüft. Unter Mitschülern sei bekannt gewesen, dass der Deutsche Drogen konsumiert haben soll, was dem Lehrpersonal nicht aufgefallen sei. An der Schule selbst war wegen der Osterferien niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Altersberger will nun verschärfte Aufnahmekriterien: „Die Motivation der Jugendlichen ist zu hinterfragen, das passiert jetzt nur homöopathisch. Bei Schulen mit Sport-Schwerpunkt gibt es ja auch entsprechende Tests.“

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