Andreas Scherer muss sein „Friedensmahnmal“ nicht zerstören.

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Bunkermuseum
08/26/2013

Krieg um alte Panzer wird beendet

Verteidigungsminister Klug beendet kuriosen Feldzug seines Vorgängers gegen gefördertes Museum.

von Wilhelm Theuretsbacher

Nach dem Ende des Kalten Krieges legte das Bundesheer 450 bewaffnete Bunkeranlagen still. Die einzige Anlage, die erhalten blieb, ist die „Sperranlage“ am Wurzenpass. Andreas Scherer, der letzte Miliz-Kommandant der Bergfestung, hatte das Areal gekauft und in ein Museum für die Sperrtruppe des Bundesheeres umgewandelt. Alle freuten sich, denn im Heeresgeschichtlichen Museum wäre ohnehin kein Platz gewesen. Das Bundesheer lieferte demilitarisierte Panzer und Kanonen. Die EU bewilligte Fördermittel für das „Friedensmahnmal“ im Dreiländereck SlowenienItalienÖsterreich. Und im Jahr 2008 feierte dort die Republik den Europatag.

Echter „Feind“

Im Jahr 2010 – lange nach dem Kalten Krieg – sah sich Scherer auf seinem martialischen Festungsberg plötzlich mit einem echten und entschlossenen „Feind“ konfrontiert: Dem Kabinett des damaligen Verteidigungsministers Norbert Darabos. Basierend auf eigentümlichen Begründungen wurde er aufgefordert, umgehend alle Exponate auf eigene Kosten nach Wien zu bringen und dort abzugeben.

Alleine die Transportkosten hätten Scherer ruiniert. Und die Gemeinde Arnoldstein hätte eine Attraktion verloren. Deshalb fasste der Kärntner Landtag fünf einstimmige Landtagsbeschlüsse zugunsten des Museums.

Doch Minister Darabos zeigte sich trotz der Bitten von Kärntner Parteifreunden wild entschlossen, den Wurzenpass endgültig zu entmilitarisieren. Seit nunmehr drei Jahren laufen Gerichtsauseinandersetzungen zwischen der Ministerialbürokratie und Scherer.

Verordneter Friede

Ein Krieg, den keiner will und von dem keiner etwas hat, befand der neue Verteidigungsminister Gerald Klug. Er befahlt, eine rechtlich einwandfreie Lösung zu finden, die allen Seiten entgegenkommt.

Freitag gab es eine von Klug verordnete Aussprache im Verteidigungsministerium. Unter Mitwirkung des Arnoldsteiner Bürgermeisters Erich Kessler wurde eine Lösung gefunden, die noch im Detail ausgearbeitet werden wird.

Sicher ist aber eines: Alle Exponate bleiben am Wurzenpass, und das Museum ist gerettet.