Liebesgrüße aus dem Weltall

Kornkreisforschung: Kornkreis<br />
Repro: Walter Schwe…
Foto: REPRO: WALTER SCHWEINöSTER/Repro: Walter Schweinöster Ein Kornkreis in Südengland: „So komplex, das kann kein Normalsterblicher gemacht haben“, ist Para-Forscher Jay Goldner überzeugt

Ein österreichisches Forscher-Duo klärte in Salzburg über die mysteriösen Zeichen auf

Es begab sich eines schönen Nachmittags im Mai 1979 in einer Mansardenwohnung in Linz, dass eine Stimme zu Jay Goldner sagte: „Geh zum Fenster.“ Was er dann sah, sollte sein Leben nachhaltig verändern: „Eine silberne Scheibe, ein Ufo, das Serpentinen fliegt.“ Beim zweiten Mal schoss ein „gleißend weißes Frankfurter Würstl“ an ihm vorbei, erzählt Goldner. Zugegeben, komisch klinge das schon – „aber nur, weil es keine Erklärung dafür gibt, muss es noch lange kein Blödsinn sein“, betont er.

Der Para-Forscher und sein Kollege Günther Schermann sind überzeugt: „Die Außerirdischen kommen“. Ach was, sie seien längst unter uns. Wie sie darauf kommen? Kornkreise. Jene mysteriösen Muster in Kornfeldern, von denen seit den 1980er-Jahren rund 7500 auf der ganzen Welt gefunden wurden, sind ihrer Ansicht nach Botschaften einer überirdischen Intelligenz. Aber keine Sorge, die Aliens meinen es gut mit uns, beruhigt Schermann: „Uns droht der globale Kollaps. Und weil im Universum alles zusammenhängt, wollen sie uns helfen. Wir müssen nur zuhören.“ Kornkreis Forschung: von links: Jay Goldner,  Günt… Foto: WALTER SCHWEINöSTER/Walter Schweinöster Goldner mit Kollege Schermann und Salzburg-Mann Claus Gomig

Auf offene Ohren stießen die Liebesgrüße aus dem Weltall jedenfalls beim Seminar zu „25 Jahre Kornkreisforschung“ in Bergheim bei Salzburg. Mehr als 100 Interessierte aus ganz Österreich trafen sich und ließen sich vom Paraforscher-Duo Goldner & Schermann auf den neuesten Stand bringen. Und der ist: „Die Kornkreissichtungen häufen sich. Es dauert nicht mehr lange bis zum Erstkontakt.“

Die Ankunft ist nah

„Ich habe das immer für Hokuspokus gehalten. Aber wenn man einmal in so einem Kreis steht, dann spürt man, dass es wahr ist“, sagt eine Besucherin. Sie und ihr Gatte sind schon oft nach Südengland gereist, wo mit Abstand die meisten Kornkreise gefunden wurden.

Viele davon stellten sich als Humbug heraus, als „Kunstwerke“ von Spaßvögeln mit zu viel Zeit und Fantasie. „Etwa ein Drittel ist von Menschenhand geschaffen. Die erkennt man sofort. Aber ein weiteres Drittel ist so komplex, das kann kein Normalsterblicher getan haben“, erklärt Goldner.

Aber wie muss man sich das vorstellen? Flitzen da grüne Männchen nächtens mit einem Rasenmäher durchs Feld? „Nein“, sagt er lachend, „das spielt sich auf einer geistigen Ebene ab.“ Und dann erzählt er etwas von Lichtern, Energiewellen und Frequenzen, die ein Skeptiker ohnehin nie wahrnehmen wird.

Das sei auch der Grund, warum Goldner und Schermann ihr Wissen nur sparsam mit der Öffentlichkeit teilen: „Viele Menschen sind noch nicht bereit dafür, weil ihr Weltbild zusammenkrachen würde. Nur wer offen ist, wird die Ankunft miterleben.“

Entzaubert

Kornkreis-Fälschungen: Eine Frage der Ähre

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Foto: KURIER/Salzer Katharina

Bretter, Seile, Maßband und GPS – mit diesen durchaus irdischen Mitteln erklärt sich die Wissenschaft das „Mysterium Kornkreise“, das seit Jahren Esoteriker und Paraforscher fasziniert.

Ein Drittel, das gestehen auch Para-Forscher ein, sind Fälschungen. In den 1990er-Jahren meldeten sich zum Beispiel zwei Pensionisten, die zugaben, es sei ein Spaß für sie, gutgläubige Menschen in die Irre zu führen. Im Internet kursieren auch Videos von bekennenden „Hoaxern“, die zeigen, wie so etwas gemacht wird. Man nehme ein Brett mit einer Schlinge, stelle den Fuß aufs Brett und drücke damit das Korn nieder. Eine Schnur wird gespannt, damit die Kreise exakt verlaufen. Die GPS-Technologie nutzt man zur Orientierung im Feld. Je nach Durchmesser des Gebildes dauert so eine Aktion vier bis sechs Stunden.

Für manche offenbar eine gar stimulierende Aufgabe, so erzählt Fälscher Sven einer Schweizer Zeitung: „Der Wind, die frische Luft, das Platschen der umgelegten Ähren, der Rhythmus der Schritte. Manchmal beginnen wir dabei zu singen.“

Steiermark

"In der Schule lernst du nichts über Ufos"

Die USA haben Area 51, Österreich dagegen hat Knittelfeld: Zwei Steirer geben sich dort seit 2003 mit Akribie der Ufo-Forschung hin.

Knittelfeld, Ufo, Waltraud Kaliba, Jürgen Trieb…
Foto: Kaliba-Trieb

Ufos über Knittelfeld? Die Meldung schaffte es bis in die Sendung des deutschen Stefan Raab. „Warum gerade Knittelfeld?“, grinste Raab in die Kamera und lachte dann doch ziemlich heftig. Waltraud Kaliba zuckt mit den Schultern: „Das wissen wir bis heute nicht.“

Seit zehn Jahren sind Kaliba und ihr Partner Jürgen Trieb aktiv in der Ufo-Forschung. 2003 sahen sie Objekte, die sie sich nicht anders als außerirdisch erklären konnten. Seither lassen sie die Ufos nicht mehr los. „Vorher hab’ ich auch nicht daran geglaubt“, schmunzelt Kaliba. „In der Schule lernst nichts über Ufos.“

Auf dem Dachboden ihres Hauses steht in jede Himmelsrichtung eine Spezialkamera. Die Apparate schalten sich automatisch ein, sobald Sensoren Alarm schlagen. Gravitation und Magnetfeld verändern sich nämlich bei Annäherung eines Objektes, beschreibt Kaliba, wie die Kameras ausgelöst werden. „Ein Raum ist voll mit Computerservern und Messgeräten“, schildert Trieb. „Wir haben x-Festplatten und Terabyte an Daten.“

Knittelfeld, Ufo, Waltraud Kaliba, Jürgen Trieb… Foto: Kaliba-Trieb Drei Monate Dreharbeiten fürs TV: Waltraud Kaliba, Jürgen Trieb

Hot-Spot

Knittelfeld ist eine 11.400-Einwohner-Stadt in der Mur-Mürz-Furche in der Obersteiermark, ein Krankenhaus, viele Pendler. Ausgerechnet Knittelfeld ist der Ufo-Hotspot? „Warum nicht?“, gibt Waltraud Kaliba lächelnd zurück. „Wer sagt denn, das Knittelfeld nicht etwas Besonderes ist und das vertuscht wird?“

Hunderte Zeugen sehen das Gleiche wie sie und hätten ihnen davon detailliert berichtet. „Aber die trauen sich nicht öffentlich darüber zu reden. Du wirst als Spinner abgetan.“

Das bekamen und bekommen die Steirer, die eine Foto- und eine Gebäudereinigungsfirma betreiben, ebenfalls zu hören. „Jetzt bessert’s sich“, glaubt Kaliba. „Menschlich betrachtet hat’s uns natürlich getroffen“, gesteht Trieb ein. „Du hast Fotos, Filme, bist authentisch, bei wichtigen Wissenschaftsvereinen Mitglied, wo sonst nur Doktoren sind und dann wirst durch den Kakao gezogen.“

Mit den Raumfahrtbehörden NASA und ESA arbeite man zusammen. „Aber in Knittelfeld sind wir ausgelacht worden“, erinnert sich Kaliba. „Aber da hat sich viel geändert, seit Medien umgeschwenkt haben.“ So drehte vor Kurzem ein Team von ServusTV drei Monate lang eine Reportage über die Ufologen. Natürlich in Knittelfeld.

(kurier) Erstellt am
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