Der Koralmtunnel soll 2025 in Betrieb gehen

© APA/ÖBB/FRANZ GEORG PIKL

Steiermark
02/27/2020

Koralmtunnel: Noch 600 Meter bis zum Durchschlag

Zweite Röhre soll vor dem Sommer fertig gegraben sein. Heuer investieren die ÖBB 460 Millionen Euro in der Steiermark.

von Elisabeth Holzer

Noch gräbt sich „Kora“ von Kärntner Seite aus durch das Gestein. Doch schon vor dem Sommer soll die letzte Tunnelbaumaschine ihr Ziel erreicht haben und der Durchschlag der Nordröhre geschafft sein. Dann wäre der Koralmtunnel fertig gegraben, der Durchschlag der Südröhre passierte bereits 2018.

„Uns fehlen noch 600 Meter“, beschrieb Projektleiter Klaus Schneider am Donnerstag in Graz, danach geht es zügig weiter mit dem Bau, die Innenauskleidung steht an. Auf steirischer Seite waren bereits zu Monatsbeginn rund 40 Prozent der Innenschale fertig, das ist eine Länge von 18 Kilometern. Die ÖBB liegen also im Zeitplan für die Fertigstellung eines ihrer größten Bauvorhaben: 2025 soll der 33 Kilometer lange Koralmtunnel in Betrieb gehen. Eine Zugfahrt zwischen Klagenfurt und Graz wird dann nur noch 45 Minuten dauern.

45 Minuten

Insgesamt kostet der Tunnel samt der umfangreichen Begleitprojekte 5,4 Milliarden Euro. Heuer werden 370 Millionen Euro in die Koralmstrecke, aber auch in den Bau des Semmeringbasistunnels investiert, er ist neben dem Koralmtunnel der zweite Lungenflügel der erneuerten Südbahnstrecke. Ist er einmal fertiggestellt, sind Wien und Klagenfurt nur noch zwei Stunden und 40 Minuten voneinander getrennt. Derzeit sitzt ein Reisender rund vier Stunden im Zug, um diese Strecke zu bewältigen. Erwartet wird, dass der Semmeringbasistunnel zwei Jahre nach dem Koralmtunnel in Betrieb geht.

Weitere 90 Millionen Euro investieren die ÖBB in Um- oder Neubauten von Bahnhöfen, Park&Ride-Anlagen oder Lärmschutzmaßnahmen. „Die Steiermark ist ganz vorne dabei, was die Bahninvestitionen betrifft“, versicherte Schneider und rechnete vor, dass jeder fünfte eingesetzte Euro in die Steiermark gehe. Da könne man „beinahe von einer Renaissance der Eisenbahn“ sprechen, verglich Schneider. Unter den Projekten ist etwa der Bahnhof Weststeiermark in Groß St. Florian, der eigens für die Koralmbahn neu gebaut wird. Er soll 2022 in Betrieb gehen. Zwischen Frühjahr und Herbst starten sukzessive weitere Baulose. Der viergleisige Ausbau zwischen Graz-Don Bosco und Graz-Puntigam soll zur Jahresmitte begonnen werden, 2021 bis 2023 ist für den Bauabschnitt Graz-Puntigam bis Seiersberg und Feldkirchen vorgesehen.

Die Neos forderten am Donnerstag indes auch die „schnellstmögliche Anbindung des Grazer Flughafens an die Koralmbahn“, betonte Klubobmann Niko Swatek. Die steirische Landesregierung und die Stadt Graz sollten für eine direkte Flughafen-Haltestelle statt der 300 Meter weit entfernten sorgen, immerhin führe die Bahn direkt unter dem Flughafen durch. Im aktuellen Bauplan steht diese Haltestelle aber nicht, vorerst zumindest: Die baulichen Voraussetzungen für einen unterirdischen Bahnhof wurden mitkalkuliert.

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