© APA/BIRDLIFE/JOSEF STEFAN

Chronik Österreich
03/09/2021

König der Lüfte braucht Hilfe

Der Kaiseradler kehrt zurück, doch illegale Verfolgung macht dem geschützten Greifvogel zu schaffen.

Die gute Nachricht zuerst: Kaiseradler Rega befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der Vogel war vergangenen November in Wallern (Burgenland, Bezirk Neusiedl am See) schwer verletzt aufgefunden worden. „Ihre Federn wachsen nach, die Brüche verheilen“, sagt Matthias Schmidt, Greifvogel-Experte der Organisation Birdlife.

Das jetzt vorliegende Sachverständigengutachten gibt allerdings Anlass zur Sorge: Rega war während des Fluges aus geringer Entfernung mit Schrot angeschossen worden.

Zwanzig Projektile

Zwanzig Projektile waren im Körper des Vogels verteilt. Der örtliche Jagdleiter hatte das verletzte Tier in letzter Minute gefunden und gerettet. Nach einer Notoperation lebt Rega heute in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (NÖ, Bezirk Gänserndorf). Ob sie jemals wieder fliegen und in die Freiheit entlassen werden kann, ist ungewiss.

Dabei war Regas Start ins Leben durchaus vielversprechend. „Rega ist eine der ersten österreichischen Kaiseradler, die wir 2009 in den March-Thaya Auen beringt haben“, schildert Schmidt. Das sei der Beginn der individuellen Markierung von Kaiseradlern in Österreich gewesen.

Mitteleuropa bereist

Rega dürfte, wie für ihre Artgenossen üblich, in ihren Jugendjahren Mitteleuropa bereist haben. Bis sie sich  - vermutlich im Jahr 2016 - im Grenzgebiet von Österreich und Ungarn angesiedelt und dort mehrfach erfolgreich gebrütet hatte.

Knapp 200 Jahre hatte Aquila heliaca – so der wissenschaftliche Name des Kaiseradlers – in Österreich als ausgestorben gegolten. Erst durch intensive Schutzbemühungen erholten sich die Bestände, bis der majestätische Vogel Ende der 1990er Jahre als Brutvogel zurückkehrte.

2020 brüteten 25 Paare in Österreich. Am häufigsten hielt sich der König der Lüfte in Niederösterreich und im Nordburgenland auf.

Geschützte Arten bedroht

Illegale Verfolgung geschützter Tierarten ist laut einem Bericht über Wildtierkriminalität von WWF Österreich und Birdlife Österreich auch im europäischen Raum ein Problem. Betroffen sind neben Greifvögeln auch andere Arten wie Bär, Wolf, Luchs, Biber und Fischotter.

Die Täter würden höchst selten gefasst, sagt Schmidt. Dass die geschützten Vögel illegal verfolgt werden, könne unter anderem damit zusammenhängen, dass die Tiere als Trophäen gesammelt werden. Birdlife appelliert an die Bevölkerung, sich bei Beobachtungen zu melden.

www.birdlife.at; kaiseradler.at; Anonyme Hinweise: Hotline: 0660/869 2327

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