Chronik | Österreich
22.07.2017

Kinder-Reha: Endlich steht auch Tiroler Standort fest

Dringend benötigte Einrichtung kommt in den Bezirk Schwaz. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,4 Millionen Euro.

Die Vergabe der Kinder-Rehabilitations-Standorte in Österreich ist komplett. Die Bietergemeinschaft SeneCura erhielt den Zuschlag für einen Standort in Wiesing in Tirol (Bezirk Schwaz), teilt der Hauptverband der Sozialversicherungsträger mit. Damit ist mit der Versorgungszone West (Tirol und Vorarlberg) die letzte der vier definierten Regionen auf Schiene.

In Wiesing konnte die Bietergemeinschaft SeneCura Kliniken- und Heimebetriebsgesellschaft/DDr. Wagner GmbH als Bestbieter laut Hauptverband zwei Indikationsgruppen für sich gewinnen: mobilisierende Rehabilitation mit 22 Betten und psychosoziale Rehabilitation mit 15 Betten.

Die Kosten in Tirol belaufen sich laut Tiroler Tageszeitung auf rund 3,4 Millionen Euro, 2,6 Millionen davon trägt die Sozialversicherung.
Nach der Versorgungszone Süd (Ende Juli 2016), der Versorgungszone Nord (Mitte November 2016) und der Versorgungszone Ost (Ende Dezember 2016) habe jetzt mit dem Zuschlag in Tirol der Bedarf laut Reha-Plan – und somit die Vollversorgung – erfüllt werden können, hieß es. Der Grund, warum es gerade bei der Vergabe für die Versorgungszone West länger gedauert hat, sei, dass in der ersten Runde keine Letztangebote abgegeben wurden und ein zweites Mal ausgeschrieben werden musste, damit sich wieder alle Interessenten bewerben konnten.

Ausbau

Rund 5000 Kinder in Österreich sind so schwer krank oder behindert, dass sie eine Rehabilitation brauchen. In Österreich gab es bis dato aber keine speziellen Kinder-Rehazentren. Kranke Kinder wurden bisher größtenteils gemeinsam mit älteren Patienten betreut oder mussten in Einrichtungen im Ausland ausweichen. Vor mehr als zwei Jahren haben sich Sozialversicherungen und die Bundesländer daher auf den gemeinsamen Ausbau der Rehabilitation für schwerkranke Kinder geeinigt.

Im aktuellen Rehaplan ist der Bedarf an Kinder-Rehabilitationszentren für ganz Österreich in vier Versorgungszonen mit elf Indikationsgruppen und insgesamt 343 Betten für Kinder und Jugendliche (zuzüglich 50 Betten für Angehörige) vorgesehen. Die Ausschreibung erfolgte nach der medizinischen Indikation, also der Art der Behandlung.