Chronik | Österreich
22.12.2017

Karriere-Sprung: Top-Ankläger Gerhard Jarosch wechselt zu Eurojust

Der ausgewiesene Top-Ankläger und Vize-Chef der Staatsanwaltschaft Wien mischt künftig bei den Ermittlungen im EU-Raum kräftig mit.

Organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Schlepperei oder Cyberkriminalität – bei der Verfolgung schwerer und grenzüberschreitender Straftaten laufen die Ermittlungen bei Eurojust in Den Haag zusammen. Eurojust ist die Koordinationsstelle für die Justizbehörden und Staatsanwaltschaften aus 28 EU-Staaten, ähnlich wie Europol bei der Polizei. Das Eurojust-Team besteht aus hochrangigen Staatsanwälten und Richtern der jeweiligen Länder.

Für die nächsten vier Jahre wird der Erste Staatsanwalt Gerhard Jarosch Österreich in Den Haag vertreten. Der gebürtige Linzer ist nicht nur langjähriger Vize-Chef der Staatsanwaltschaft Wien, sondern national und international bestens vernetzt. Der 49-Jährige ist Präsident der Vereinigung Österreichischer Staatsanwälte und Vorsitzender der International Association of Prosecutors (IAP).

"Ich wollte schon immer ein paar Jahre im Ausland arbeiten", sagt Jarosch, der einen untadeligen Ruf genießt und hohe Kompetenz hat, auf Anfrage des KURIER. Am 8. Jänner stößt Jarosch dann zu seinem dreiköpfigen Team in Den Haag. Er wird dort nicht nur Ermittlungen und Hausdurchsuchungen koordinieren, sondern auch stockende Verfahren wieder ins Laufen bringen.

"Wenn Österreich ein Problem mit einem anderen Land hat, und ein Staatsanwalt sagt, da geht nichts weiter, dann ruft man mich an", sagt der Jurist. "Und wenn bei grenzüberschreitenden Suchtgift-Ermittlungen kurzfristig Bewilligungen erteilt werden müssen, dann machen auch wir das." Ein Thema steht ganz oben auf der Agenda von Eurojust. Jarosch: "Bei der Cyberkriminalität stehen wir vor einer gewaltigen Lawine, die auf uns zurollt."