Chronik | Österreich
05.12.2017

Karl Schnell macht trotz Schlappe weiter

Nach dem Debakel bei der Nationalratswahl am 15. Oktober will er mit seiner FPS in die Salzburger Landesregierung.

Nach dem desaströsen Abschneiden bei der Nationalratswahl am 15. Oktober waren bei Karl Schnell Zweifel aufgekommen. Mit seiner Freien Liste Österreich (FLÖ) verfehlte er den angestrebten Einzug ins Parlament deutlich. Österreichweit bekam die Partei 8889 Stimmen (0,2 Prozent). Selbst in seiner Heimatgemeinde Saalbach-Hinterglemm, wo er Vizebürgermeister ist, hatte er mit 9,6 Prozent der Stimmen klar das Nachsehen gegenüber der FPÖ (21 Prozent).

Und dennoch will Schnell mit seiner Freien Partei Salzburgs (FPS) bei der Landtagswahl antreten, die voraussichtlich am 22. April abgehalten wird. Nach einem Treffen mit der "Basis" vor wenigen Tagen im für Schnell symbolträchtigen Schörfhof in Saalfelden (dort wurde Schnell im Juni 2015 vom eigens angereisten Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache aus der FPÖ ausgeschlossen, Anm.) fühlt sich Schnell gestärkt. "Wir geben nicht auf und sind der Meinung, dass es unsere Bewegung braucht", meint Schnell. Er habe seine Mitstreiter nicht im Stich lassen wollen.

Seinen Optimismus hat Schnell trotz des Fiaskos im Bund nicht verloren. Er rechne sich mit seiner Truppe "gute Chancen" auf den Einzug in den Landtag aus. Damit nicht genug: "Wir möchten auch gerne in die Regierung."

"Medial verschwiegen"

Dass die Bemühungen um den Einzug ins Parlament gescheitert sind, sieht Schnell nicht als Hindernis. Die Landtagswahl stehe "unter anderen Vorzeichen". Die Schuld für das Scheitern seiner FLÖ sieht Schnell auch im "Verschweigen der Medien", die seiner Partei nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hätten. Nachteilig sei auch gewesen, die Bezeichnung "freiheitlich" nicht verwenden zu dürfen, meint Schnell.

Mit den Vorbereitungen für den Wahlkampf will die FPS Anfang des Jahres beginnen. Dann soll auch die Liste für die Landtagswahl erstellt werden. Mit Details hielt sich der Parteichef noch zurück. Eine gewichtige Rolle soll aber der Kardiologe Hubert Wallner spielen, der bei der Nationalratswahl die Salzburger Landesliste angeführt hatte.