Chronik | Österreich
25.11.2015

Kärnten: Landesausstellung ohne das Land

100-Jahr-Feier der Volksabstimmung an mehreren Orten. Neubauten per Beschluss untersagt.

Eine Landesausstellung, bei der das Land nicht als Veranstalter auftritt – das ist selbst in Kärnten ein Novum. Aus Kostengründen wird im Jahr 2020 das 100-Jahr-Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung an mehreren Orten stattfinden, Neubauten von Ausstellungs- und Erlebniszielen wurden jedoch wegen des Sparzwangs per Regierungsbeschluss untersagt. Insgesamt stehen vergleichsweise geringe Mittel in der Höhe von 100.000 Euro für das Gesamtprojekt zur Verfügung.

"Nachhaltigkeit statt Strohfeuer, lautet das Motto. Wir wollen keine Monumente und Paläste errichten, sondern auf Bestehendem aufbauen. Für die Landesausstellung 2020 gelten die Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit", hält Kärntens Kulturreferent Christian Benger (ÖVP) fest.

Die leeren Kassen lassen auch keinerlei Spielraum zu. Laut Regierungsbeschluss sind Neubauten ausgeschlossen, müssen bestehende Ausstellungs- und Gedenkstätten in der Abstimmungszone einbezogen werden. Dabei handelt es sich um jene Regionen Südkärntens, in der sich 1920 eine Mehrheit der Befragten für den Verbleib bei Kärnten und gegen einen Anschluss an Slowenien aussprach. Dort ist nun die Nutzung des Bezirksheimatmuseums Völkermarkt, des Stifts Eberndorf, des Werner-Berg-Museums sowie des Liaunig-Museums in Bleiburg und der Büchsenmacher- und Jagdmuseen in Ferlach für die Ausstellung vorgesehen.

Gemeinden am Zug

Das Land selbst stellt 100.000 Euro für die Organisation zur Verfügung, Projektträger sind aber die Gemeinden und Bürgermeister. Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Mitarbeitern verschiedenster Abteilungen in der Landesregierung und Historikern, begleitet die Ausstellung wissenschaftlich.

Die zeitgeschichtliche Betrachtung Kärntens und die der Zukunft des Landes werden durch ein Kuratoren-Team erfolgen. "Geleitet wird es von Peter Fritz, dem Leiter des Ausstellungszentrums im Renaissanceschloss Schallaburg", erklärt Benger. Man wolle nicht nur der Volksabstimmung am 10. Oktober gedenken, unterstreicht Fritz: "Die Landesausstellung ist auch Gegenwart und vor allem Zukunft."