Chronik | Österreich
22.11.2017

Kärnten: Kriminelle Jugendbande festgenommen

Dem Quartett werden unter anderem schwerer Raub, schwere Körperverletzung und schwere Nötigung vorgeworfen.

Die Polizei hat in Klagenfurt eine vierköpfige, kriminelle Jugendbande festgenommen. Ihnen werden unter anderem schwerer Raub, schwere Körperverletzung und schwere Nötigung zur Last gelegt. Bisher sind zwei Opfer bekannt. Ein 18-Jähriger wurde laut Polizei über eine Stunde lang "gezüchtigt", gequält und erniedrigt. Ein 28-Jähriger wurde von dem Quartett in seiner Wohnung überfallen und ausgeraubt.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um vier junge Männer. Anführer der Gruppe ist laut den Ermittlungen ein 19-jähriger Tschetschene. Die anderen drei Festgenommenen sind einheimische Schüler, zwei im Alter von 17 Jahren, einer erst 15 Jahre alt. Sie sind mehrfach amtsbekannt und vorbestraft. Nun sitzen sie in Untersuchungshaft.

"Keine Zufallstat"

Der Überfall auf den 28-Jährigen ereignete sich Ende Oktober. Als die vier Maskierten an seine Tür klopften, öffnete der Klagenfurter. Sofort wurde er angegriffen und mit einem Messer bedroht. Die Täter wendeten massive Gewalt an, schlugen und traten ihn, und raubten dem Beschäftigungslosen schließlich das Handy, den Fernseher, etwas Bargeld und Drogen. Der 28-Jährige erlitt einen Nasen- und einen Jochbeinbruch sowie multiple Prellungen.

"Das hat sich alles im Suchtgiftmilieu abgespielt. Wir gehen davon aus, dass das keine Zufallstat war", sagte Ermittler Gottlieb Schrittesser am Mittwoch zur APA. Die Verdächtigen dürften das Opfer also gekannt haben. Es laufen zusätzlich Ermittlungen nach dem Suchtmittelgesetz. Sowohl das Quartett als auch das Raubopfer werden angezeigt.

Weitere Straftaten

Im Zuge der Raubermittlung stießen die Polizeibeamten auf einen weiteren Vorfall, für den die Gruppe verantwortlich sein soll. Einige Tage nach dem Raub verpassten die Vier einem 18-Jährigen, der Schulden aus dem Suchtgiftkauf hatte, eine Abreibung. Über eine Stunde lang wurde er geschlagen und erniedrigt. Das Opfer war derart eingeschüchtert, dass er den Vorfall weder anzeigte noch zu einem Arzt ging.

Die Polizei geht davon aus, dass weitere Straftaten auf das Konto des Schlägertrupps gehen. Schrittesser: "Aufgrund der Gewaltbereitschaft der Täter und weil die Opfer aus dem Suchtgiftmilieu selbst Ermittlungen zu befürchten hatten, gibt es da keine Anzeigen. Aus dem Milieu gibt es generell selten Anzeigen." Auch einige Einbruchsdiebstähle im Raum Klagenfurt sollen auf das Konto des Quartetts gehen.