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Wildtiere: Wieso man Nachwuchs im Frühling nicht angreifen soll

Falsch verstandene Tierliebe ist für Kitz & Co lebensbedrohlich.
Rehkitz

Ob Hasenjunge, Rehkitze oder andere junge Säuger: Wer im Frühling und Sommer in der Natur auf ein scheinbar verlassenes Jungtier stößt, sollte Distanz wahren. Denn dass die Kleinen allein auf Wiesen, Feldern oder im Wald herumsitzen, ist ein Schutzmechanismus der Natur: Um keine Fressfeinde anzulocken, lassen die Muttertiere ihren Nachwuchs tagsüber zurück und kommen nur regelmäßig zum Säugen vorbei.

Menschlicher Geruch bedrohlich für Jungtier

Angreifen sollte man die Jungtiere nicht, denn durch den Hautkontakt überträgt sich menschlicher Geruch auf das Junge. Im schlimmsten Fall wird es danach von der Mutter verstoßen. Außerdem versetzt die unmittelbare Nähe des Menschen Wildtiere in Angst, was zu einem Kreislaufkollaps führen kann.

Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: Ein Eingreifen ist ausschließlich dann empfohlen, wenn das Tier auf der Straße sitzt und überfahren werden könnte. Aber auch dann sollte man Hautkontakt vermeiden und eine Geruchsbarriere schaffen: Ein dickes Bündel Gras oder Laub nehmen, um die Hände abzuschirmen.

Was man tun sollte

Wer verletzte Jungtiere findet, sollte umgehend eine Wildtierauffangstation, den Tierschutz oder den lokalen Jagdpächter verständigen.

Auch hier gibt es Ausnahmen: Einem Eichhörnchen-Jungtier sollte nur geholfen werden, wenn es aktiv den menschlichen Kontakt sucht. Ein lautes Piepen, Hinterherlaufen oder Festklammern an den Hosenbeinen ist ein eindeutiges Signal dafür, dass die Mutter verunglückt oder das Nest zerstört ist. Da verwaiste Eichhörnchen-Junge sehr rasch auskühlen, muss das Tier schnellstmöglich in ein Handtuch gewickelt und mit einer handwarmen Wärmflasche gewärmt werden. Wichtig: Unterkühlten Tieren keine Nahrung oder Flüssigkeit zuführen.

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