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Chronik Österreich
12/03/2019

Josef Marketz wir neuer Kärntner Bischof

Der Kärntner Slowene übernimmt die Diözese Gurk-Klagenfurt. Der 64-jährige Priester gilt als umgänglich und sozial engagiert.

Er wolle Caritas-Direktor bleiben. Das ließ Josef Marketz (64) in den vergangenen Monaten immer wieder wissen, wenn die Rede auf die Entscheidung über die Ernennung zum neuen Kärntner Bischof kam. Nach der Entscheidung von Papst Franziskus kommt nun doch alles anders. Der Kärntner Slowene übernimmt die Diözese Gurk-Klagenfurt.

Josef Marketz wurde am 30. Juli 1955 in St. Philippen ob Sonnegg/St. Lips in der Gemeinde Sittersdorf/Zitara vas (Bezirk Völkermarkt) geboren. Er besuchte das kirchliche Gymnasium in Tanzenberg, wo er 1975 die Matura ablegte. Nach dem Theologiestudium in Salzburg und Laibach wirkte Marketz ein Jahr als Diakon in Ecuador in Südamerika, 1982 wurde er in Klagenfurt zum Priester geweiht. In Interviews erzählte er, seine Motivation, Priester zu werden, sei eindeutig eine soziale. Nicht, "um der große Glaubensverkünder zu sein, sondern um für die Menschen da zu sein", sei er Priester geworden. Er hatte zuvor gezweifelt, war aus dem Priesterseminar ausgetreten und für ein halbes Jahr nach Indien gegangen. Die bittere Armut dort gab den Ausschlag, seinen Ausstieg zu revidieren.

Marketz Werdegang

Zehn Jahre später übernahm er die slowenische Abteilung des Seelsorgeamts, 1994 wurde er zusätzlich Pfarrer von Radsberg/Radise in der Gemeinde Ebenthal bei Klagenfurt. 2009 wurde er Direktor des Bischöflichen Seelsorgeamtes und zum Bischofsvikar für Seelsorge, Mission und Evangelisierung ernannt. Zudem fungierte er als Herausgeber der Kirchenzeitungen "Sonntag" und "Nedelja". Im September 2014 folgte er Viktor Omelko als Direktor der Kärntner Caritas nach. Damit verbunden wurde er auch Bischofsvikar für die Caritas und für soziale Dienste. Er ist auch Diözesan-Koordinator für Asylfragen. 2015 übte Marketz harsche Kritik an der EU und forderte einen humanen Umgang mit Flüchtlingen ein. Er organisierte auch Quartiere für Asylsuchende in Pfarrhöfen und Privathäusern.

Marketz gilt als umgänglich, kleidet sich eher leger und kommt leicht mit Menschen ins Gespräch. Allerdings hat er auch Managementqualitäten und kann durchaus Härte zeigen, wie Mitarbeiter der Caritas berichten. In den massiven kircheninternen Auseinandersetzungen um den nach St. Pölten versetzten Bischof Alois Schwarz hat sich Marketz öffentlich nicht positioniert.

Positiv für Kärnten

Kardinal Christoph Schönborn hat erfreut auf die Ernennung von Josef Marketz zum neuen Bischof von Gurk-Klagenfurt reagiert. Es sei dies eine „gute, erfreuliche Entscheidung“, sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz am Dienstag in einer ersten Reaktion gegenüber „Kathpress“, in der er auf Marketz langjährige Erfahrung als Priester, Seelsorger, Pastoralamtsleiter und zuletzt auch als Kärntner Caritasdirektor verwies. Er glaube, dass Marketz „sehr positiv“ in Kärnten als Bischof aufgenommen werde, „und dass er diesen Dienst wirklich zum Wohl und zur Freude der Menschen wahrnehmen wird“.

Auch der derzeitige Leiter der Diözese, Militärbischof Werner Freistetter, der am Freitag ebenfalls dabei sein wird, erklärte in einer ersten Stellungnahme, er freue sich außerordentlich über die Ernennung. „Ich bin davon überzeugt, dass er den Weg zu einem versöhnten Miteinander in der Kirche in Kärnten weiter beschreiten wird.“ so Freistetter.