Chronik | Österreich
23.06.2017

Jailshop: "Handwerk, das sitzt" geht online

In der Justizanstalt Wien Simmering wurde der Startschuss zum Online-Vertrieb von in Haft produzierten Produkten gegeben. Der Name des Projekts: "Jailshop – Handwerk, das sitzt"

Was machen Häftlinge während sie ihre Haft absitzen? Zum Beispiel Wetterhähne, Uhren, Schlüsselanhänger und Palettenmöbel. Das ist nur eine Auswahl der rund 40 Produkte, die aktuell in sieben Justizanstalten in ganz Österreich gefertigt werden. Ab sofort gibt es sie auch online zu kaufen.

"Viele glauben, in einer Haftanstalt gehe es darum, Menschen einzusperren, Schluss aus, das war’s. Eben nicht! Es geht darum, mit Menschen zu arbeiten und ihnen etwas beizubringen", sagte Justizminister Wolfgang Brandstetter bei der Präsentation des Projekts "Jailshop – Handwerk, das sitzt" in der Justizanstalt Wien Simmering, wo aktuell rund 500 Insassen wegen mittelschweren Delikten einsitzen. Oberstes Ziel des Strafvollzugs sei die Resozialisierung.

Genau diese soll mit der Arbeit in den Werkstätten und Betrieben der Justizanstalten gewährleistet werden. "Nur mit Hilfe von Arbeit und geregelten Tagesabläufen können wir die Menschen wieder fit machen für das Leben nach der Haft", gab sich Brandstetter bei einer Pressekonferenz am Freitag überzeugt.

Die Produkte können ab sofort unter Jailshop.at bestellt werden. Geführt wird der Shop von der Justizanstalt Salzburg. Dort befindet sich auch das Kundenzentrum, wo die Bestellungen koordiniert, Kundenfragen entgegengenommen und dementsprechend weitergeleitet werden.
Brandstetter ist überzeugt, dass jeder auf selbst Produziertes stolz sein.

In den 27 Justizanstalten Österreichs sind derzeit rund 9000 Personen. Die meisten befinden sich in Strafhaft, andere etwa in U-Haft oder im Maßnahmenvollzug.