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Chronik Österreich
11/17/2021

Öffi-Jahreskarte für ganz Kärnten ab Jänner: Günstiger als angekündigt

Ab Jänner wird es mit dem „Kärnten Ticket“ eine landesweite Jahreskarte geben. Der Preis liegt unter den bisherigen Ankündigungen. Senioren zahlen 365 Euro

von Anja Kröll

Das Klimaticket ist ein Verkaufsschlager. Mit einem Öffi-Ticket geht es dabei für Reisende und Pendler für 1.095 Euro seit 26. Oktober österreichweit durchs ganze Land. Als Vorläufer, des Models, gelten die Bundesländertickets, auch Regionaltickets genannt: Jahreskarten für alle öffentlichen Verkehrsmittel in den jeweiligen acht Bundesländern.

Richtig gelesen: acht Bundesländer. Denn ein Bundesland bot bisher keine landesweite Jahreskarte an: Kärnten. Diese Zeiten sind nur vorbei. Am Mittwoch präsentieren Finanzreferentin Gaby Schaunig, Umweltreferentin Sara Schaar und Mobilitätsreferent Sebastian Schuschnig gemeinsam das sogenannte Kärntner Ticket mit dem landesweit die Öffis günstiger genützt werden können.

550 Euro für ein Jahr Öffis

Die wichtigste Antwort vorab: Die landesweit gültige Jahreskarte wird 550 Euro kosten. Also rund die Hälfte vom Klimaticket. Angekündigt wurde das Ticket noch mit 588 Euro. Erhältlich ist es ab 1. Dezember beim Verkehrsverbund. Vorbestellung sind auch online unter www.kaerntner-linien.at möglich. Gültig ist die Karte dann ab Jänner. Damit soll vor allem ein Anreiz für den Umstieg auf die Öffis geschaffen werden.

199 Euro für Mindestpensionisten

Schuschnig betonte aber, dass kaum jemand die 550 Euro bezahlen müsse. „Wir haben für viele Gruppen besondere Vergünstigungen geschaffen.“ So würden Pendler teilweise 100 Prozent des Tickets aufgrund der Arbeitnehmerförderung bei der Arbeiterkammer rückerstattet bekommen. Dazu zählen generell Berufspendler, aber auch Abendschüler. Ein maximales Einkommen brutto von 3.200 Euro dürfe dabei nicht überstiegen werden.

Senioren fahren um 365 Euro für ein ganzes Jahr durch das Land, Mindestpensionisten, oder beeinträchtige Personen zahlen 199 Euro. Für Studenten mit Studienbeihilfe beträgt der Preis 299 Euro, und für Lehrlinge und Schüler 110 Euro.

Für Familien gibt es das Angebot, für einen Aufpreis von 110 Euro, dass bis zu vier Schulkinder einen Erwachsenen begleiten können.

Die Freude, über den Abschluss des Kärnten Tickets war Schuschnig bei der Präsentation deutlich anzuhören: „Wir investieren so viel wie noch nie in die Mobilität in Kärnten. Und führen Kärnten aus dem Öffi-Niemandsland in die Neuzeit.“ Investiert werden rund zehn Millionen Euro vom Land, 6,3 Millionen kommen dabei vom Bund.

Aufholprozess

Warum die Kärntner Lösung für ein Ticket solange auf sich warten ließ, hat viele Gründe. Einer lautet so: In den ländlichen Regionen Kärntens fehlte bisher schlicht das Angebot für ein Ticket dieser Art. Soll heißen: Wenn ein oder zwei Mal am Tag ein Bus fährt, wozu dann eine Jahreskarte?

Das Argument der Politik für das lange Warten auf eine Lösung: Man wolle kein günstiges Ticket liefern, dass nur Städtern etwas bringt, wenn am Land das Angebot fehlt. Zuerst müsse es eine Art Aufholprozess beim Öffi-Angebot geboten. Dieser Aufholprozess dürfte nun in allen vierzehn Verkehrsregionen des Landes gestartet worden sein. Abgeschlossen ist er mit Sicherheit nicht. Aber das Busangebot steigt zumindest um bis ein Viertel. Ebenso wird es neue S-Bus-Garnituren geben.

Klimaschutz-Referentin Sara Schaar betonte auch den Klimaschutz-Aspekt des Tickets: „Wer mit der Bahn statt mit dem Auto fährt, reduziert die CO₂-Emissionen im Schnitt um 93 Prozent, beim Bus sind es immerhin 76 Prozent. Ein einzelner Pendler in Kärnten fährt jährlich etwa 8.000 Kilometer. Erfolgt hier ein Umstieg vom Auto auf die Öffis, beträgt die jährliche Einsparung ungefähr 1,3 Tonnen CO₂. Wir wissen, dass der Verkehr der größte Verursacher von Treibhausgas-Emissionen in Kärnten ist – mit über 40 Prozent. Unser Ziel ist, dass so viele Verkehrsteilnehmerinnen wie möglich auf die Öffis umsteigen."

Klimaticket Verkaufsschlager

Noch einmal zurück zum österreichweit gültigen Klimaticket: Fast 128.000 Klimatickets sind seit dem Start vor eineinhalb Monaten verkauft worden. Drei Viertel wurden in den drei einwohnerstärksten Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Wien verkauft, wie Zahlen zeigen, die das für das Klimaticket zuständige Verkehrsministerium von Leonore Gewessler (Grüne) der APA zur Verfügung stellte. In Wien und NÖ kaufte rund jeder 50. die österreichweite Variante. In Vorarlberg waren es nur 0,6 Prozent der Einwohner.

In Wien wurden 40.774 Klimatickets ausgestellt, die in ganz Österreich in allen öffentlichen Verkehrsmitteln gelten, gefolgt von Niederösterreich mit 34.953 und Oberösterreich mit 20.513. Danach kommen mit etwas Abstand die Steiermark (7.951), Salzburg (6.693), Tirol (6.781), Kärnten (3.509), Burgenland (3.464) und Vorarlberg (2.379).

 

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