Chronik | Österreich
27.09.2018

Jägerstätters Archiv elektronisch gesichert

400 Briefe und sonstige Schriftstücke wurden an Linzer Privat-Uni gescannt und digital archiviert.

1400 Scans machten die Experten des „Franz und Franziska Jägerstätter Instituts“ in den vergangnen Wochen und Monaten: Sie sicherten damit den schriftlichen Nachlass des Oberösterreichers, der von den Nationalsozialisten getötet wurde. Jägerstätter hatte sich geweigert, in den Krieg zu ziehen.

400 Briefe sind in der Sammlung, die an der Katholischen Privat-Universität in Linz digital gesichert und archiviert wurden. Darunter sind 90 Schreiben von Franz Jägerstätter selbst sowie 53 Briefe, die seine Frau Franziska verfasste und die an ihren inhaftierten Mann gerichtet waren. Außerdem wurden lose Blattsammlungen eingescannt sowie vier Hefte und ein Notizbuch Jägerstätters. Auch Aufzeichnungen seiner Haft in Berlin-Tegel sind darunter: Am 4. Mai 1943 war der 36-Jährige vom Linzer Gefängnis nach Berlin verlegt worden. Er weigerte sich nach wie vor, den Wehrdienst anzutreten: Am 6. Juli 1943 wurde er zum Tode verurteilt, am 9. August hingerichtet.

Die Scans und Faksimile der Jägerstätter-Dokumente sollen jetzt auch der Wissenschaft dienen, hieß es am Donnerstag seitens des Institutes. „Die Biografie und das Selbstverständnis von Franz und Franziska Jägerstätter sollen erforscht werden. Im Rahmen der Gedenkarbeit gilt es, Impulse für eine pädagogische Umsetzung zu erarbeiten.“

Franz Jägerstätter wurde 2007 selig gesprochen. „Man kann schon sagen, dass ich stolz auf ihn bin“, sagte seine damals 94-jährige Witwe über ihren Mann. Franziska Jägerstätter starb 2013 wenige Tage nach ihrem 100. Geburtstag.