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Chronik Österreich
04/27/2020

Internetbetrug: Wenn statt dem Laptop Erdäpfel im Paket sind

Das Bundeskriminalamt rät zur Vorsicht beim Einkauf auf Online-Kleinanzeigenplattformen.

von Birgit Seiser

Das Internet ist angesichts der Corona-Beschränkungen das Fenster zur Welt und ein Freund – es kann aber auch zum Feind werden. Das Bundeskriminalamt (BK) warnt erneut vor Kriminellen, die sich in Corona-Zeiten verstärkt auf das „Geschäft“ mit Online-Betrug spezialisieren.

Neben Abo-Fallen mit Gewinnspielen und Phishingmails erlebt auch der Kleinanzeigenbetrug einen Boom, wie Claus Kahn, Leiter des Büros zur Bekämpfung von Betrug, Fälschung und Wirtschaftskriminalität des Bundeskriminalamts erklärt: „Anfänglich waren vor allem Fakeangebote für Schutzmasken und Desinfektionsmittel zu finden. Nun gibt es viele Angebote von allen möglichen Produkten, die nie beim Käufer ankommen.“

Normalerweise empfehlen die Kriminalisten, sich selbst auf den Weg zum Verkäufer zu machen und die Ware zu überprüfen. Da das im Moment aber nicht möglich ist, haben Betrüger leichtes Spiel. Auf Kleinanzeigenportalen gibt es leider auch schwarze Schafe. Bis der Käufer merkt, dass er einem Betrug aufgesessen ist, dauert es oft lange.

Verkäufer kontrollieren

Ein Beispiel: Man bestellt einen gebrauchten Laptop und sichert sich über Zahlungsportale im Internet ab. Der Geldbetrag wird also eigentlich erst dann überwiesen, wenn das Paket losgeschickt wird. Die Kriminellen wiegen den Laptop aber einfach ab und packen dann Kartoffeln in das Paket, um das Gewicht des Computers vorzutäuschen.

„Man hat eigentlich wenig Chancen, diese Masche zu erkennen. Es gibt aber einige Tipps, die man befolgen kann“, sagt Kahn. „Wenn es auf der Plattform ein Foto der Ware gibt, bitten Sie den Verkäufer, Ihnen noch weitere Bilder zu schicken. So kann man sichergehen, dass er wirklich im Besitz der Ware ist und das Bild nicht einfach aus dem Internet heruntergeladen hat.“

Außerdem sollte man immer nur über die Plattform mit dem Verkäufer Kontakt haben. Wird ein Betrüger auf den Plattformen gemeldet, können die Betreiber ihn sperren lassen. Internet-Geschäfte über eine große Distanz sind immer ein Risiko – für beide Seiten. „Es ist immer ratsam, von vornherein misstrauisch zu sein und nicht einfach große Geldbeträge zu überweisen. Und man sollte beim Online-Einkauf auf das Bauchgefühl vertrauen“, sagt Kahn.

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