Chronik | Österreich
15.04.2018

Identitären Chef wieder in London verhaftet

Martin Sellner wollte auf einem Kongress der Identitären auftreten, er wurde zum zweiten Mal nicht ins Land gelassen.

Wie schon im März war für den Identitären-Chef Martin Sellner auf einem Flughafen in London Endstation. Dem österreichische Leiter der als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung wurde am Freitagabend die Einreise nach England verwehrt. Laut dem Guardian wollte er beim britischen Ableger der Identitären – „Generation Identity United Kingdom“– am Samstag bei einem Kongress in London dabei sein.  

Freitagabend gegen 21 Uhr twitterte Sellner noch, „Sie stoppten mich bei der Passkontrolle“. Danach wurde er anscheinend in ein Schubhaftzentrum gebracht. Abel Bodi, führendes Mitglied der Identitären Bewegung Ungarn, durfte ebenfalls nicht nach England einreisen. Die beiden wurden am Flughafen London Stansted angehalten und warten auf ihre Rückreise.

Verhaftet

Für die englischen Identitären ist die Ausweisung ein klarer Verstoß gegen die Meinungsfreiheit und das Recht, sich im gesamten Gebiet der Europäischen Union frei zu bewegen und aufzuhalten. „Die Behauptung, dass die beiden Personen gefährlich sind, ist lächerlich, ebenso wie die Vorstellung, dass bei einer privaten Veranstaltung, an der nur unsere Unterstützer teilnehmen, eine größere Störung auftreten könnte“, heißt es von den britischen Identitären.

Laut einer Twitter-Meldung von Sellners Freundin, der amerikanischen Rechts-Aktivistin Brittany Pettibone, durfte er nach 24 Stunden einen Anruf machen. Er dürfe nicht nach England einreisen, weil seine Werte nicht mit denen des Vereinten Königreichs kompatibel seien. Bereits im März wurde der Identitäre am Flughafen London Luton festgehalten und durfte nicht einreisen, der KURIER hat berichtet. Er wollte eine Rede über „Meinungsfreiheit in der modernen Welt“ am Speakers Corner in London halten. Sellner teilte in seinen Youtube-Videos mit, dass er gegen das Vorgehen der britischen Behörden Klage einreichen will.