Chronik | Österreich
10.11.2018

Hirschenkogel: Neuer Anlauf für ein Wintermärchen

Vor Weltcupsaison am Zauberberg: Neue Beschneiungsanlage und Panhans-Renovierung im Endspurt

Jahrelang wurde wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Vor Kurzem haben die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft sowie die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt alle Verfahren im Zusammenhang mit dem Verkauf des Grandhotel Panhans eingestellt.

Weil dadurch auch die Vorwürfe vom Tisch sind, hofft der ukrainische Geschäftsführer der Panhans Holding Group, Viktor Babushchak, auf eine rosige Zukunft am Semmering. Nach der behördlichen Sperre der Bergbahnen im vergangenen Winter und technischen Pannen war die Sorge des Landes NÖ und der Organisatoren groß, dass auch der heurige Damen-Skiweltcup am 28. und 29. Dezember Schaden nehmen könnte. Doch die ukrainischen Investoren haben ihre Kritiker vor der Wintersaison Lügen gestraft. Bei einem Lokalaugenschein des KURIER zeigten Babushchak, sein Semmering-Geschäftsführer György Dobrovolszkij und dessen rechte Hand, Nazar Nydza, dass in den vergangenen Monaten eifrig investiert wurde. „Drücken wir es so aus. Als wir 2013 das Hotel Panhans und die Bergbahnen gekauft haben, gab es leider nicht nur wirtschaftliche, sondern auch technische Probleme, die wir übernommen haben“, so Babushchak.

Neben allen elektrischen Leitungen mussten heuer am Berg auch fünf Kilometer Wasserrohre für die Beschneiung neu verlegt werden. Das komplette Beschneiungssystem wurde in den vergangenen Wochen ausgetauscht. Dieser Tage wurden 33 von insgesamt 42 Schneekanonen der neuesten Generation angeliefert und am Zauberberg in Stellung gebracht. Kostenpunkt pro Kanone: 40.000 Euro. „Damit schaffen wir die notwendige Grundbeschneiung aller Pisten innerhalb einer Woche“, so Dobrovolszkij.

Begehung der FIS

Die Neuerung blieb auch den Blicken der FIS-Delegierten bei der dieswöchigen Pistenbegehung nicht verborgen. Auch Weltcup-Organisationschef Franz Steiner kann damit wesentlich entspannter in die Vorbereitungen gehen. Einziger Wermutstropfen vor den Rennen ist das bereits seit April 2017 geschlossene Grandhotel Panhans. „Wir mussten wegen behördlicher Auflagen Heizung und Lüftung erneuern. Ursprünglich war dazu eine Soft-Sanierung von 5000 im alten Gebäudeteil geplant. Daraus ist jetzt eine Gesamtsanierung geworden“, so Babushchak.

Dem KURIER wurden als erstem Medium diese Woche die Panhanstüren geöffnet. Auf 15.000 ist kein Stein auf dem anderen geblieben. „Wenn wir es machen, dann richtig“, so die Ukrainer.

Die Gemäuer wurden nach alten Plänen und historischen Aufnahmen aufwendig in den Originalzustand zurück versetzt. Stuckdecken wurden mit Blattgold-Reliefen verziert. Statt alter Holzvertäfelungen schmückt die Säulen und Wände wieder italienischer Marmor. Beim Rundgang fühlt man sich in die glorreiche Zeit der Sommerfrische zurückversetzt. In den neuen Hotelzimmern sorgt eine indirekte LED-Beleuchtung für eine behagliche Stimmung. „Wir versuchen natürlich rechtzeitig vor dem Weltcup einen Teil zu eröffnen. Aber es wird zeitlich sehr knapp“, erklärt Babushchak.

Eine Überraschung für die zukünftigen Besucher hat man auch parat: Das seit mehr als 20 Jahren geschlossene Bad samt Sauna wird ein neuer Wellnesstempel samt Fitnessstudio, Schwimmbad, Whirlpool, Sauna und Dampfbad – auch für externe Gäste.