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Chronik Österreich
12/31/2018

Heute fällt das Training lieber aus

Mit Maß und Ziel: Sportliche Neujahrsvorsätze sollte man nicht übertreiben.

von Michael Pekovics

Die Völlerei zu Weihnachten in Verbindung mit den unvermeidlichen Neujahrsvorsätzen ist für viele Menschen Motivation genug, um sofort nach den Feiertagen hoch motiviert mit dem Training zu beginnen. Ein Start gleich am Neujahrstag ohne Vorbereitung kann aber durchaus problematisch sein: Falsche Selbsteinschätzung, Unachtsamkeit oder zu hohe Belastung können zu Verletzungen führen, die im Vorjahr rund 1600 Österreicher vom Fitnesscenter ins Spital gebracht haben. Mehr als drei Viertel davon waren Männer; die häufigsten Verletzungen betrafen Sehnen oder Muskeln (46 Prozent), gefolgt von Knochenbrüchen (32 Prozent). Deshalb empfehlen Experten, sich vor dem Start einer Fitnesskarriere gut zu informieren.

„Vor allem unter den Neulingen in den Fitnessbetrieben herrscht teilweise ein Mangel an Wissen über die sachgemäße Benutzung von Geräte und die korrekte Ausführung der Übungen“, sagt Christian Kräutler, Leiter des Bereichs Sportsicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit. Sein Rat für Neueinsteiger: „Ein Fitness-Check beim Sport- oder Hausarzt, um das aktuelle Fitnesslevel herauszufinden und anhand dessen einen idealen Trainingsplan erstellen zu können.“

Ohne Ziel kein Erfolg

Dazu rät auch Physiotherapeut und Trainer Johannes Schober aus dem burgenländischen Oberwart. Vor allem rät er aber: „Das Wichtigste zum Start ist ein Trainer, mit dem man gemeinsam messbare und vor allem erreichbare Ziele definiert. Nur wenn man weiß, warum man das alles macht und wofür, bleibt man über längere Zeit motiviert.“ So sind etwa Vorher-Nachher-Fotos perfekt geeignet, um sich seinen Trainingsfortschritt selbst vor Augen zu führen: „Sieht man sich jeden Tag im Spiegel, merkt man nichts. Aber nach drei Monaten Training sieht man schon eine deutliche körperliche Veränderung“, sagt der Experte.

Nur nach dem Gewicht auf der Waage zu gehen, sei zwar einfach, aber definitiv der falsche Weg. „Oft geht es nur darum, das Körpergewicht anders zu verteilen“, sagt Schober. Konstanz ist für ihn der wichtigste Faktor für einen nachhaltigen Trainingserfolg. „Mit drei Mal pro Woche kann man fast jedes Ziel verfolgen und erreichen. Um abzunehmen, ist aber zusätzlich eine aktive Gestaltung des Alltags hilfreich: Das Auto bewusst weiter von der Wohnung entfernt parken, die letzte Straßenbahnstation zu Fuß gehen oder keinen Lift benutzen – das steigert den täglichen Kalorienverbrauch massiv.“

Krafttraining ist übrigens trotz der 1600 verletzten Fitnesscenterbesucher pro Jahr eine vergleichsweise sichere Sportart. Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 beträgt die Verletzungsrate rund 3,1 pro 1000 Stunden Krafttraining. Beim Fußball liegt dieser Wert bei rund 40 Verletzungen pro 1000 Spielstunden – allerdings im Profibereich.

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