Chronik | Österreich
14.08.2018

Hennen legen deutlich mehr Eier als früher

Hühner werden optimiert. Moderne Züchtungen sorgen für geringere Futterkosten.

Hendl oder Ei? Bei dieser Frage wird nichts dem Zufall überlassen. Schon seit dem Zweiten Weltkrieg werden spezielle Rassen für die Ei-Produktion und andere für die Fleischproduktion gezüchtet. Die Formel ist schnell erklärt: Masthühner sollen in kurzer Zeit viel Fleisch ansetzen, vor allem im Brustbereich (83,8 Millionen Hühner wurden 2017 geschlachtet). Dagegen sind Legehennen zierlicher, weil das Futter ins Ei, nicht auf die Brust gehen soll.

Im Hühnerstall regiert der Rechenstift. Rassen, die nicht genug leisten, fliegen raus, das zeigt ein Blick in den Industriestall.

Die deutsche Firma Lohmann hat sich voll der Legehenne verschrieben. Angeblich kommt jedes dritte Ei weltweit aus Lohmann-Zucht. Das Unternehmen liefert weltweit Zuchttiere, also die Elterntiere der Legehennen, an die Brütereien. Oft werden die frisch geschlüpften Küken mit dem Flugzeug um den halben Globus geschickt.

In der Zucht der Tiere zählt jeder Cent. Geht es nach dem Willen der Tierhalter, sollen die Tiere möglichst viele Eier legen und möglichst wenig fressen. Denn die Futterkosten schlagen sich mit rund 70 Prozent in der Kalkulation nieder, rechnen Experten vor.

Im Wesentlichen dominieren eine Handvoll Züchter den Markt, die die Legeleistung der Tiere immer weiter erhöht haben.

Früher waren die Bauern zufrieden, wenn ihre Hennen 200 Eier im Jahr gelegt haben, moderne Züchtungen kommen heute auf mehr als 300 Stück im Jahr. Gleichzeitig hat sich der Futtereinsatz, der pro Ei kalkuliert wird, halbiert.

Männliche Küken

Ungelöst bleibt die Frage, was mit männlichen Küken passieren soll, die naturgemäß keine Eier legen, obendrein mehr fressen als ihre weiblichen Artgenossen und weniger schnell Fleisch ansetzen. Oft werden sie nach der Geburt getötet. Theoretisch wäre es schon heute möglich, das Geschlecht des Tieres bereits im Ei zu bestimmen. Praktisch wird diese Möglichkeit aber kaum genutzt, weil sie noch relativ teuer ist.