Probengefässe an einem Massenspetrometer, wie er verwendet wird um Proben auf das Umweltgift HCB zu testen.

© APA/ROLAND SCHLAGER

Bescheide
01/23/2015

HCB: Schwerer Vorwurf gegen Zementwerk

Laut Grünen war Verbrennung bei 1100 Grad technisch unmöglich/Firma dementiert.

Bisher unbekannte Bescheide und Studien haben im Zusammenhang mit dem Hexachlorbenzol-Umweltskandal in Kärnten Hochsaison. War es am Mittwoch noch das Land, das von Greenpeace in die Verantwortung genommen wurde, so steht nun wieder das Zementwerk in Klein St. Paul unter Beschuss.

Landtagsabgeordneter Michael Johann (Grüne) unterstreicht, die Fabrik wisse seit 2008 Bescheid, dass nicht ordnungsgemäße Verwertung von verunreinigtem Blaukalk zu HCB-Emissionen führe. Johann, Mitglied des HCB-U-Ausschusses, verweist auf eine Studie des oberösterreichischen Instituts G.U.T aus dem Jahr 2008. In dieser wurden sechs Varianten zur Sanierung der Kalkdeponie K20 der Donau Chemie in Brückl überprüft. Eine war die Verwertung des verunreinigten Blaukalks durch w&p in Klein St. Paul.

"Wird der Kalk aus der Kalkdeponie auf der kalten Seite des Brennofens zugegeben, verdampfen damit Schadstoffe, die mit dem Abgas ausgetragen würden", heiße es in der Studie, sagt Johann. Und weiter: Daher sei eine solche Art der Verwertung nicht vorgesehen, und werde auch vom Betreiber des angeführten Zementwerkes in Wietersdorf abgelehnt. Daher schlussfolgert Johann: "Das Werk hatte nicht die technische Möglichkeit den Blaukalk aus der Tinkalbox an dieser Schnittstelle zwischen Kalzinator und Drehrohrofen einzubringen, wo es 1100 Grad hat." Diese Voraussetzungen hätte es erst im letzten Jahr geschaffen, betont Johann im ORF.

Werksleiter Berndt Schaflechner kann sich diesen Vorwurf nicht erklären. "Wir hatten stets zwei Möglichkeiten, den Blaukalk einzubringen. Und den mit hochgiftigen HCB kontaminierten haben wir von Anfang an den hohen Temperaturen ausgesetzt."

Am kommenden Mittwoch werden die Verantwortlichen des Zementwerks erneut Stellung beziehen müssen. Sie sind als erste Zeugen in der öffentlichen Sitzung des U-Ausschusses geladen.

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