Chronik | Österreich
02.10.2018

Haslauer macht Salzburger Obusse zur Chefsache

Der Landeshauptmann übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz in der landeseigenen Salzburg AG.

Ab sofort ist der Verkehr Thema für die höchste Ebene. Sowohl Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) als auch sein Vize Heinrich Schellhorn (Grüne) sitzen seit Dienstag im Aufsichtsrat der Salzburg AG. Haslauer hat auch gleich den Vorsitz übernommen. Das seine Kür mit der jüngsten Obus-Misere zusammenfällt, ist Zufall. Der Wechsel war seit Langem für Anfang Oktober geplant.

Er gab dem Landeshauptmann aber gleich die Möglichkeit Initiative zu zeigen. Zuletzt hatte ein 33 Jahre altes Modell für Aufsehen gesorgt, das wegen Engpässen aufgrund von Wartungen aus dem Museumsbetrieb wieder in den aktiven Dienst geholt wurde. Der Rost wurde bei alten Obussen heuer zum Problem, von 111 Fahrzeugen befinden sich aktuell 18 in Wartung. Dazu sucht die Salzburg AG händeringend nach Chauffeuren.

Früher neue Busse

Als Sofortmaßnahme werden Partner-Werkstätten zur schnelleren Reparatur aufgestockt, dazu werden die internen Reparaturarbeiten beschleunigt. Vonseiten der Salzburg AG wird betont: „Es ist eine herausfordernde Situation, aber es gab und gibt keine Einschränkungen im Obus-Betrieb.“ Über die aktuellen Maßnahmen ließ sich Haslauer vom Vorstand berichten, dazu sollen in den nächsten 14 Tage ein mittelfristiges Investitionskonzept und eine Personaloffensive ausgearbeitet werden.

Bereits fix ist, dass der Einkauf neuer Geräte beschleunigt wird. Im kommenden Jahr soll es elf neue Obusse geben, dazu sollen in den nächsten fünf Jahren 39 weitere kommen. Danach soll die Busflotte runderneuert sein. Aktuell sind 66 Fahrzeuge im Einsatz die zehn Jahre oder jünger sind. Die Frischzellenkur wird freilich nicht reichen, um die langjährige Salzburger Verkehrsmisere zu beenden. Zumal bereits am Mittwoch das nächste Verkehrschaos droht. Zum Tag der Deutschen Einheit werden Tausende deutsche Tagesgäste zum Shoppen in der Stadt erwartet. Das endete in den vergangenen Jahren regelmäßig im Verkehrskollaps, vor allem bei Schlechtwetter, das auch für Mittwoch prognostiziert wird.

Es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer: Seit Dezember ist die Bahnstrecke nach Freilassing dreigleisig ausgebaut, viermal stündlich gibt es eine Direktverbindung nach Deutschland. Bleibt nur mehr die Frage, ob die Einkaufsgäste zum Umstieg in den Zug bereit sind.