Der Unternehmer sieht sich in seiner Ehre gekränkt

© APA/EXPA/JOHANN GRODER

Chronik Österreich

Haselsteiner-Klage wegen Tweet: Kein Sohn von Ex-LH Wallnöfer

In dem Streit zwischen dem Unternehmer und einem Tiroler Blogger wurde ein neues Gerichtskapitel geschrieben

von Christian Willim

05/06/2019, 06:00 PM

Der Klagsreigen um die Erler Festspiele – Ex-Leiter Gustav Kuhn und Mäzen Hans Peter Haselsteiner auf der einen Seite und der Tiroler Blogger Markus Wilhelm auf der anderen – nimmt kein Ende. Am Montag ging es am Landesgericht Innsbruck um einen Tweet des Ötztalers, durch den sich Haselsteiner in seiner Ehre gekränkt sieht.

Wilhelm hatte einen Zeitungsschnipsel aus dem Falter-Ranking „Best of Böse“ veröffentlicht. In dem war Haselsteiner wegen der Klagen gegen den Ötztaler Internet-Publizisten auf Platz 100 gelistet und mit einem wenig schmeichelhaften Foto abgebildet worden.

Wilhelms Kommentar dazu war Auslöser für die Klage: „Nur ein übles Gerücht. Einem Eduard Wallnöfer gleicht dieser Herr meines Erachtens überhaupt nicht“.

Ein altes Gerücht

Der Blogger würde damit das sich seit vielen Jahren haltende Gerücht schüren, „wonach der frühere Landeshauptmann von Tirol Eduard Wallnöfer der Vater des Klägers sein soll“, wie es in der Klageschrift heißt. Und zwar mit „scheinheiliger Distanz“ wie Haselsteiners Anwalt Michael Krüger am Montag in dem Zivilprozess vorbrachte.

Der Unternehmer begehrt Schadenersatz für die erlittene Kränkung und Unterlassung der Veröffentlichung von Bildern von ihm in diesem Zusammenhang. Er sieht auch das Recht auf das eigene Bild verletzt.

Wilhelms Anwalt Markus Orgler sah die Sache freilich anders: „Eine Bloßstellung ist schon deshalb nicht möglich, weil dieses Gerücht seit Jahrzehnten im Umlauf ist und durch den Kläger mehrfach kommentiert wurde.“

Thema in Buch

Orgler verwies auf die Buchreihe „Tirol lebendig erinnert“ des Haymon-Verlags, in der auch Haselsteiner als Zeitzeuge porträtiert wurde. Dort berichtet der Unternehmer über seine Beziehung zu Wallnöfer, den er als „väterlichen Freund“ bezeichnet. „Sein Vater, wie es im gerüchteverliebten Tirolerland oft heißt, sei der Walli aber nicht gewesen“, ist zu lesen.

Haselsteiners Mutter war Landesschulinspektorin in der Ära des legendären Tiroler Langzeit-Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer, der von 1963 bis 1987 im Amt war. Zum Gerücht, wonach der ledig geborene Haselsteiner einer Beziehung der beiden entsprungen sei, erklärte Krüger, dass sein Mandant dies selber nie zum Thema gemacht, aber auf Nachfragen dementiert habe.

Der Anwalt zeigte sich überzeugt davon: „Der Allgemeinheit ist das Gerücht völlig unbekannt“. Das Urteil in dem Verfahren wird schriftlich ergehen.

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