Chronik | Österreich
03.08.2017

Grazer Schmuckräuber gefasst

Jagd nach 31-Jährigem, der sieben Seniorinnen überfallen haben soll, ist zu Ende.

FAST nennt sich ein rumänisches Sondereinsatzkommando: Die Buchstaben stehen für das Fugitive Active Search Team, also für eine Truppe, die Flüchtige aufspürt. Die Abkürzung könnte man aus dem Englischen aber ebenso gut mit "schnell" übersetzen. Denn dementsprechend rasch überrumpelte die Spezialeinheit am Donnerstag um 2 Uhr in der Früh auf offener Straße in Bukarest jenen als gefährlich eingestuften Adiel-Cristian C.. Er soll auf den Grazer Straßen in den vergangenen Wochen sieben Pensionistinnen ausgeraubt und schwer verletzt haben.

"Der Verdächtige zeigte keine Gegenwehr, war vom Zugriff Mitten in der Nacht im Zentrum von Bukarest komplett überrascht", schildert der steirische Polizeisprecher Jürgen Haas die Vorgänge bei der Festnahme im ersten Bezirk der rumänischen Hauptstadt. Die österreichische Verbindungsbeamtin in Rumänien sei ebenfalls in die Amtshandlung eingebunden gewesen.

C. ist jener Mann, dem seit 30. Juni eine Vielzahl an Raubüberfällen in Graz zugeordnet werden. Er wird auch als "Goldkettenräuber" tituliert. Er soll seinen Opfern – sie sind zwischen 69 und 84 Jahre alt – nicht nur Schmuck und Bargeld geraubt, sondern einige von ihnen brutal niedergeschlagen haben, eine Frau wurde lebensgefährlich verletzt.

Flucht in die Heimat

Seit 21. Juli gilt C. als dringend tatverdächtig und wurde europaweit per Haftbefehl gesucht. Die Polizei hatte Fotos des Mannes aus Überwachungskameras veröffentlicht, die von seinem letzten Überfall am 13. Juli herrühren sollen. Dies dürfte den 31-Jährigen zum Untertauchen und zur Rückkehr in seine rumänische Heimat bewegt haben.

Die Polizei kam C. schließlich über die Ortung seiner Mobiltelefone auf die Schliche. Mithilfe des Europäischen Zielfahndungsnetzwerks und der rumänischen Eingreiftruppe konnte man den mutmaßlichen Serienräuber nun fassen.

Der Tatverdächtige werde am Donnerstagabend oder Freitagvormittag dem Gericht in Bukarest vorgeführt, erklärt Polizeisprecher Haas. Dort werde eine Entscheidung über eine Auslieferung nach Österreich getroffen. Ein Auslieferungsantrag sei bereits gestellt, nun hingen die weiteren Schritte von der rumänischen Justiz ab: Sobald der Mann nach Österreich überstellt wird, wird er von der SOKO Schmuckraub einvernommen, die nach dem sechsten Überfall eingerichtet worden ist.

Ähnliches Tatmuster

Der Mann war bereits in Rumänien wegen Raubes zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden, wie die SOKO Schmuckraub am 21. Juli in einer Pressekonferenz in Graz bekannt gegeben hatte. In Österreich wird gegen ihn auch wegen des Verdachts des Einbruchsdiebstahls ermittelt.

SOKO-Leiter Michael Lohnegger sagte damals, das Tatmuster des Überfalls in Rumänien sei ähnlich jenen auf die älteren Frauen in Graz gewesen.