Chronik | Österreich
20.01.2018

Grazer Akademikerball: Rund 400 Personen demonstrierten

Die Protestkundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Ein Platzverbot schützte ankkommende Ballbesucher.

Rund 400 Personen haben laut Schätzungen der Polizei am Samstagabend an der Demonstration gegen den Akademikerball im Grazer Congress teilgenommen. Zum Protest gegen den Ball der Burschenschafter hat die Plattform "Offensive gegen Rechts Steiermark" (OGR) aufgerufen. Der Protest wandte sich auch gegen ein Treffen der Identitären in der Landeshauptstadt und verlief laut Polizei ohne Zwischenfälle.

Als "Abend in stilvollem Ambiente, an dem studentisches Brauchtum - etwa mit der Polonaise oder dem Absingen des Grazer Studentenliedes beim Schlusskreis - gelebt und hochgehalten wird", wurde der traditionelle Ball in den Prunksälen des Grazer Congress vom Ballkomitee angepriesen. Aus der Sicht der "Offensive gegen Rechts" biete die Veranstaltung "eine Plattform für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung" und trage "Mitschuld daran, dass der Rechtsextremismus in Österreich nicht nur salon- sondern mittlerweile regierungsfähig geworden ist" , wie es in einer Aussendung im Vorfeld hieß. "Unsere Antwort heißt friedlicher Protest gegen die schwarz", sagte Peter Drechsler, als Sprecher des Bündnisses und Landesvorsitzender der Sozialistischen Jugend Steiermark gegenüber der APA.

Ausgehend vom Grazer Griesplatz waren die überwiegend jungen Demonstranten gegen 16.30 Uhr unter dem Motto "Rechtsextreme raus aus der Regierung" auf die Straße gegangen. Der Menschenzug führte über die Tegetthoffbrücke und die Herrengasse bis zum Hauptplatz, wo gegen 18.30 die Schlusskundgebung stattfand. Die Demonstration sei diszipliniert abgelaufen und zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, so Gerhard Lecker, Leiter der sicherheitspolizeilichen Abteilung der Landespolizeidirektion auf Anfrage der APA. Die Versammlung habe sich nach Ende der Kundgebung rasch aufgelöst.

Mehrere hundert Beamte im Einsatz

Die Polizei war mit "mehreren hundert Beamten" im Einsatz für die Gäste den Zutritt zum Ball zu sichern und zugleich der Versammlungsfreiheit Platz zu geben. Die steirische Exekutive wurde dabei auch von Spezialkräften und Einsatzeinheiten aus Kärnten, dem Burgenland, Niederösterreich und Wien unterstützt. Rund um den Veranstaltungsort wurde bereits ab 16.00 Uhr ein Platzverbot erlassen. Dieses war gegen 20.00 Uhr noch aufrecht.

Wegen der Kundgebung ist es zwischen 17.00 Uhr bis etwa 18.30 Uhr zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Buslinien wurden umgeleitet und Straßenbahnlinien wurden im Schienenersatzverkehr geführt.