© Elisabeth Holzer

Chronik | Österreich
07/09/2019

Graz tastet sich an Wiener Modell des Anrainerparkens heran

Stadt prüft mehrere Varianten: Möglich wäre auch eine Ausweitung der Parkzeit bis in die späten Abendstunden.

In der Innenstadt und rund um Veranstaltungszentren kann das Rundendrehen zur Dauerschleife werden: Einen freien Platz in der Kurzparkzone zu finden ist in bestimmten Teilen von Graz kein leichtes Unterfangen. Das ärgert vor allem jene Grazer, die als Anrainer Dauerberechtigungen bezahlen und dennoch keinen Parkplatz finden: Um sie zu unterstützen, sind Änderungen geplant.

Verkehrsstadträtin Elke Kahr, KPÖ, lässt derzeit vier Varianten prüfen. Etwa die Verlängerung der gebührenpflichtigen Parkzeit am Abend, etwa bis 22 Uhr. Das soll es den Anrainern erleichtern, einen freien Stellplatz zu finden, wenn sie nach der Arbeit nach Hause kommen. Weitere Ideen wäre die Verkürzung der maximalen Parkzeit oder die Erweiterung der Park-Ausnahmegenehmigungen für Anrainer auf angrenzende Zonen.

Hilfe für Bewohner

Die umwälzendste Variante wäre jedoch Anwohner-Parken nach Wiener Vorbild. Gewisse Straßenzüge wären dann nur für Pkw mit Dauer-Parkberechtigung freigegeben. „Diejenigen, die keine Garage haben und ihr Auto brauchen, müssen in ihrer Wohngegend einen Parkplatz finden. Die Bewohner müssen im Fokus sein“, begründet Kahr. „Wir sind jetzt dabei zu untersuchen, wie kann man den größten Druck herausnehmen?“

50 Seiten dick ist die Erhebung der Parkraumbewirtschaftung, die zeigen soll, wo die blauen Zonen am stärksten belegt sind. Konkret evaluiert werden jene Bereiche, die zu mehr als 80 Prozent ausgelastet sind.

Diese Liste wird über den Sommer abgearbeitet, die Bezirksvertreter werden eingebunden. Dann soll das Projekt in den Verkehrsausschuss der Stadt. Im Herbst will die Verkehrsreferentin ein Modell als Test vorschlagen.

„Das muss gut überlegt sein. Bevor man etwas ändert, muss man schauen, ob man damit nicht ein anderes Problem auslöst“, betont Kahr. „Es kann natürlich nach der Untersuchung auch sein, dass man sagt, alles bleibt, so wie es ist. Das wäre für mich aber die am wenigsten brauchbare Lösung.“ Zum Abschluss wandert das Vorhaben in den Gemeinderat. Eigenhändig festlegen kann Kahr eine Änderung nicht, das braucht eine Mehrheit im Stadtparlament.