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Tropennächte und bis zu 36 Grad: Hitzewelle rollt auf Österreich zu

Wüstentage, Tropennächte, kaum Abkühlung: Die erste große Hitzewelle des Jahres rollt an. Ein Experte klärt auf.
Ein Mann beugt sich über einen Brunnen, um Wasser zu trinken und eine Flasche zu füllen.

Der antike Philosoph Gorgias brachte seine Zuhörer mit Worten ins Schwitzen. Sein meteorologischer Namensvetter schafft das derzeit ganz ohne Rhetorik: Das Hochdruckgebiet lenkt heiße Luftmassen direkt nach Mitteleuropa. Dass sein Name auf das altgriechische Wort für „gewaltig“ zurückgeht, könnte daher kaum besser passen.

Wien kühlt kaum ab

Während in Spanien und Portugal Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet werden, stehen auch Österreich die bislang heißesten Tage des Jahres bevor. „Wir steuern auf mehrere Tage mit Temperaturen zwischen 33 und 36 Grad zu“, sagt Lukas Bodinger, Meteorologe bei Geosphere Austria. Die größte Hitze erwartet er in Ostösterreich, im Wiener Becken sowie in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlands. Auch nachts dürfte die Belastung hoch bleiben. Mehrere Tropennächte mit Temperaturen über 20 Grad lassen vor allem Ballungsräume wie Wien kaum abkühlen.

Warum wird es so heiß? Bodinger erklärt die Wetterlage mit einer Rezeptmetapher: „Wir haben über weiten Teilen Süd- und Westeuropas ein mächtiges Hochdruckbollwerk und gleichzeitig heiße Luftmassen aus dem Südwesten. Diese beiden Faktoren sind die klassischen Zutaten für eine Hitzewelle.“ Zudem sind viele Böden bereits trocken. Statt Energie für Verdunstung zu verbrauchen, wird ein größerer Teil der Sonneneinstrahlung direkt in Wärme umgesetzt. In Städten verstärkt die Bodenversiegelung diesen Effekt zusätzlich. „Beton und Asphalt speichern die Wärme besonders gut. Sie heizen sich rasch auf, kühlen nur langsam ab und sorgen dafür, dass die Temperaturen auch nachts hoch bleiben“, erklärt Bodinger.

Frankreich als Hotspot

Nicht nur Österreich steht derzeit unter dem Einfluss außergewöhnlicher Hitze. In Spanien werden lokal bis zu 42 Grad erwartet, auch Frankreich, Italien und Teile des Balkans steuern auf sehr hohe Temperaturen zu. Frankreich könnte sich zudem ohnehin zum Hotspot der aktuellen Hitzewelle entwickeln. Aber nicht nur dort halten Meteorologen neue Temperaturrekorde für möglich. Österreichs Juni-Rekord von 38,6 Grad dürfte allerdings vorerst Bestand haben.

Mit den Temperaturen steigt allerdings auch das Unwetterrisiko. Schon ab Donnerstag werden vor allem im Westen Österreichs schwere Gewitter erwartet.

Bleibt Gorgias nur ein kurzer Sommergast oder markiert es den Auftakt zu einem langen Hitzesommer? "Die längerfristigen Modelle sind nicht besonders aussagekräftig. Die Wahrscheinlichkeit von Hitzeperioden ist aber erhöht. Von einem Rekordsommer zu sprechen, wäre aber noch unseriös“, so Meteorologe Bodinger. 

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