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Chronik Österreich
08/09/2020

Gmunden: Mehr Touristen machen Regeln notwendig

Der Bootstourismus ufert aus, es habe teilweise „Chaos“ auf Parkplätzen und Bergstraßen gegeben.

von Theresa Bittermann

Beim Gmundner Strandbad (Oberösterreich) war es in den vergangenen Wochen schwierig, einen Parkplatz zu bekommen. Denn der nebenan gelegene „Toskana-Parkplatz“ wurde vermehrt von Campingbegeisterten zum Abstellen ihrer Mobilheime genutzt. Bis zu 50 Wohnmobile hätten dort täglich jede Menge Platz beansprucht, sagt Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP). Schon immer ist das Salzkammergut ein beliebtes Reiseziel in Österreich. Dieses Jahr sei der Andrang der Urlauber aber besonders groß, berichtet der Stadtchef.

Damit Urlaubende und Anrainer entspannt und friedlich miteinander auskommen, hat der Gemeinderat nun einige Regeln aufgestellt: Am Toskana-Parkplatz darf zum Beispiel nur noch eine begrenzte Anzahl an Wohnmobilen stehen. Außerdem ist eine Parkgebühr von 22 Euro für 24 Stunden zu zahlen. Diese neuen Regeln sollen aber keinesfalls Touristen fernhalten, sondern den verstärkten Andrang „einfach strukturieren“. „So schlimm die Covid-Situation ist. Es ist auch eine Chance für uns“, sagte Krapf zum KURIER. Viele Gäste sind schön und gut, findet der Bürgermeister – nur man müsse eben auch auf sie vorbereitet sein.

Boote und Bergstraßen

Neben der Parkplatz-Regel gibt es noch zwei weitere Probleme im Ort. Der Bootstourismus ufert aus. Die Bootsbesitzer standen vor der öffentlichen Bootsrampe Schlange. Jetzt gibt es dort einen Schranken. Für’s Durchlassen zahlt man künftig 25 Euro. Das sei in anderen Gemeinden schon Standard, sagt Krapf. Drittes Thema ist die enge Traunsteinstraße. Dort habe es „Verkehrschaos“ gegeben. Nun fahren Shuttlebusse und es gibt eine Kurzparkzone.

Sowohl Touristen, als auch Einheimische sollen sich wohlfühlen, sagt Krapf. Die meisten Gäste in Gmunden kommen aus Österreich und den Nachbarländern.

"Gesunder Tourismus" in Bad Ischl

Zeitintensiver und aufwendiger sei das Tourismus-Management in Bad Ischl momentan, berichtet die Bürgermeisterin Ines Schiller (SPÖ) dem KURIER. Einen deutlichen Anstieg an Urlaubern gebe es zwar nicht – „wir sind immer sehr gut gebucht“ – aber man müsse wegen Corona eben alles genauer planen.

Auch dass viele Gäste – etwa drei Viertel – aus Österreich in den Kurort kommen, sei nicht ungewöhnlich. „Was aber spannend ist: Wir haben bemerkt dass wir dieses Jahr auch viele Gäste aus Vorarlberg, Tirol und Kärnten haben. Die hatten wir davor nicht, schön, dass die nun auch zu uns kommen“, freut sich Schiller. Ihren Beobachtungen nach laufe alles sehr diszipliniert und verantwortungsvoll ab. Besondere Regeln brauche es also nicht.

"Kultur bringt Leute zusammen"

Auf etliche Veranstaltungen müsse man wegen Corona im Sommerprogramm zwar verzichten, man hat sich aber als Alternative Themenwochen überlegt. Die finden aber nur bei Schönwetter und im Freien statt. Diese Woche geht es um Handwerk und Salz.

Als Bürgermeisterin der europäischen Kulturhauptstadt 2024 sagt Schiller: „Corona ist diesbezüglich kein Problem. Wir zeigen einfach, wie spontan und flexibel wir sein können. Kultur  bekommt in Zeiten wie diesen in meinen Augen sogar einen noch höheren Stellenwert. Man merkt, ohne geht es einfach nicht, Kultur bringt die Leute zusammen.“

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