Endet die Kältewelle in Österreich bald?
Der Dezember 2025 verlief mild, doch mit dem Jahreswechsel kam der Wetterumschwung – und brachte in den letzten zwei Wochen eine deutliche Kältewelle. Nach wie vor besteht auf den Straßen Gefahr durch Glatteis, auch Bahn- und Flugverkehr sind am Dienstag beeinträchtigt. Von einer Rekordkältewelle kann hierzulande jedoch nicht gesprochen werden.
"In den 1970er- und 1980er-Jahren waren solche Kältewellen an der Tagesordnung", sagt Konstantin Brandes, Meteorologe beim Wetterdienst Ubimet gegenüber dem KURIER. Aber: Die letzten vier Jänner wiesen wesentlich höhere Temperaturen auf, mit dem heurigen Winter kehren scheinbar frostigere Werte zurück.
Keine Rekordkälte
In der Nacht auf Montag hat die Messstation Liebenau-Gugu minus 29 Grad gemessen – der tiefste Wert dieses Winters in Österreich. Die tiefste, je in einer bewohnten Region gemessene Temperatur wurde am 11. Februar 1929 mit minus 36,6 Grad in Zwettl (Bezirk Zwettl) verzeichnet.
"Wir befinden uns im Hochwinter, der Jänner ist der kälteste Monat des Jahres, somit ist das nichts Ungewöhnliches", erklärt Brandes. Der Experte erinnert daran, dass beispielsweise in der Landeshauptstadt Klagenfurt einst minus 28 Grad gemessen wurden. "Das ist allerdings Ewigkeiten her."
Zuletzt wurden im Jänner 2017 ähnliche Temperaturen wie heute verzeichnet: Österreichweit lag der Monat rund 3 Grad unter dem klimatologischen Mittel, in der Tiroler Gemeinde Tannheim wurden damals −26,4 Grad gemessen.
Glatteisgefahr bis Mittag
Die Ursache für die aktuelle Situation sieht der Meteorologe in kalter Luft, die aus Nordskandinavien, insbesondere aus dem finnischen Lappland, stammt. "Dort wurden bis zu minus 40 Grad gemessen. Diese kalte Luft hat sich auf dem Weg zu uns zwar erwärmt, erreicht Österreich aber weiterhin sehr kalt", erklärt der Meteorologe.
In den nächsten Stunden wird die Glatteisgefahr allerdings noch bestehen, erst gegen 13 Uhr soll sich die Lage entspannen. Besonders in Oberösterreich, im Waldviertel, im Nordburgenland, im Weinviertel, aber auch in der Bundeshauptstadt besteht weiterhin Gefahr.
Ist die Kältewelle vorbei?
Solange Schnee am Boden liegt, kann die Sonne ihn kaum erwärmen, sodass die Glatteisgefahr bestehen bleibt. Entwarnung bei der Glatteisgefahr gibt auch Alexander Orlik, Klimatologe an der GeoSphere Austria. "Die Kältewelle ist vorbei, die Temperaturen steigen wieder", so der Experte. In Wien besteht noch bis etwa 12 Uhr Glatteisgefahr.
Im Laufe des Tages wird es deutlich wärmer, die Böden beginnen aufzutauen. Am Donnerstag und Freitag wird es sonniger, neues Glatteis ist dann nicht mehr zu erwarten.
Das Wetter in den kommenden Tagen
In den nächsten zehn Tagen sollen die Temperaturen allmählich steigen, und die Kälte wird etwas nachlassen, wobei es vor allem tagsüber milder wird. Es werden Temperaturen von bis zu zehn Grad erwartet.
Am Samstag werden Tageshöchstwerte zwischen null und acht Grad vorausgesagt. In Wien liegen die Temperaturen am Wochenende zwischen einem und drei Grad. Die kommende Woche soll weniger Nebel bringen. Montag, der 19. Jänner, soll trocken beginnen, mit einer Temperatur von etwa zwei Grad.
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