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© APA/ROLAND SCHLAGER

Vorarlberg
05/13/2016

Gibt Frauen nicht die Hand: Islam-Lehrer zieht sich zurück

Dem 34-Jährigen war auch einseitiger Unterricht vorgeworfen worden. Ehemalige Schüler verteidigen ihn.

von Thomas Sendlhofer

Die Causa um den Vorarlberger Islam-Lehrer, der Frauen aus religiösen Gründen den Handschlag verweigert, ist beendet. Der 34-jährige Ömer K. wird vom Unterricht an mehreren Schulen im Bundesland abgezogen. Die zuständige Landesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) sprach von einer Lösung im "gegenseitigen Einvernehmen", die zwischen dem Landesschulrat, der islamischen Glaubensgemeinschaft und dem Lehrer getroffen worden sei. In den kommenden Wochen soll er an einen Nachfolger übergeben.

Auslöser waren Beschwerden über den Unterrichtsinhalt. Dem Islam-Lehrer wurde vorgeworfen, er unterrichte einseitig. Hinzu kam, dass sich der 34-Jährige nicht an heimische Sitten und Gebräuche halte, weil er Frauen den Handschlag verweigere. Der Landesschulrat ordnete nach einem FPÖ-Antrag im Landtag eine Untersuchung durch die Islamische Glaubensgemeinschaft an.

Dafür seien nicht nur Klassenbucheinträge, sondern auch Unterlagen der Schüler kontrolliert worden, sagt Abdi Tasdögen, Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht in Vorarlberg. "Bei der Überprüfung haben wir festgestellt, dass der Unterricht ordnungsgemäß abgehalten wurde."

"Kein Kündigungsgrund"

Somit hätte von Seiten der Glaubensgemeinschaft kein Anlass bestanden, den Lehrer vom Unterricht abzuziehen. "Den Handschlag gegenüber Frauen zu verweigern, ist aus unserer Sicht kein Kündigungsgrund", meint Tasdögen. Er verweist auf ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) aus dem Jahr 2007. Damals hatte das Land Kärnten einem islamischen Religionslehrer aus demselben Grund die Staatsbürgerschaft verweigert. Der VfGH entschied aber, dass der Handschlag "stets dem Einzelnen überlassen bleibt".

Hinter den Lehrer stellt sich auch eine Gruppe ehemalige Schüler. In einem Leserbrief ist von "einer der höflichsten, respektablesten und gutherzigsten Persönlichkeiten" die Rede. Sie haben eine Facebook-Seite für Ömer K. eingerichtet und laut eigenen Angaben 6000 Unterschriften für seien Verbleib gesammelt. Die Landespolitik hat bisher nicht darauf reagiert.

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