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Chronik Österreich
09/05/2019

Gericht: Superauto-Konstrukteur Fux in Erklärungsnot

Im Betrugsprozess um den "Milan red"-Sportwagen redet sich der Angeklagte um Kopf und Kragen.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Reichen und Schönen hatten es dem Sportwagen-Entwickler Markus Fux offenbar angetan. Er präsentierte das Polyester-Modell seines 1.325 PS starken Supersportwagens „Milan red“ bei einer Yacht-Messe dem Fürsten Albert von Monaco und in Dubai dem arabischen Hochadel. Seit 12. Juni muss sich der „gescheiterte Unternehmer“ wegen schweren Betrugs am Straflandesgericht Wien verantworten.

Dem einschlägig vorbestraften Fux drohen bis zu 15 Jahre Haft. Er soll Investoren und Lieferanten um rund eine Million geschädigt haben.

Gestern, Mittwoch, wurde der Prozess fortgesetzt, am 3. Oktober soll das Urteil gesprochen werden. Ein Geständnis ließ er sich von Richter Christian Noe nicht herauslocken, obwohl aufgrund der Zeugenaussagen und der Vorstrafen die Lage für Fux sehr düster ausschaut.

"Siegi zahlt wieder"

So soll Fux weiter mit dem Namen des Autoindustrie-Managers Siegfried Wolf bei potenziellen Geldgebern hausieren gegangen sein, obwohl Wolf dem Milan-Projekt längst seine fachliche Unterstützung entzogen hatte. Und Geld wollte er schon gar keines investieren. Er sagte laut Richter klar: Nein. Einem Geldgeber soll Fux aber trotzdem geschrieben und gesagt haben: „Siegi zahlt wieder.“

Markus Fux hat mir erzählt, dass er einen Termin mit Wolf hatte und dieser das Versprechen abgegeben habe, dass er sich am Milan beteiligen werde“, sagte ein weiterer Zeuge vor Gericht aus. Wolf soll das Mastermind hinter dem Milan-Projekt sein.

Zehn Autos für Prinz Albert

Offenbar alles nicht wahr. Außerdem soll Fux erzählt haben, dass Interessenten bereits 31 Fahrzeuge vorbestellt hätten. Alleine Prinz Albert von Monaco soll zehn Supersport-Autos geordert haben. Dabei konnte Fux die laufenden Kosten seiner Firma nicht begleichen. Einen Zeugen hatte er angeblich um 35.000 Euro angeschnorrt, weil er das Geld für die Behandlung seiner kranken Freundin brauchte. Auf diesen Vorwurf wollte Fux dann aber nicht näher eingehen.

Viele Ausflüchte

Indes holte der Angeklagte bei präzisen Fragen von Richter Noe und Beisitzer Christian Böhm weitschweifig aus, ohne diese zu beantworten.

Auch dem Grand-Prix-Ring im steirischen Spielberg ist er eine Rechnung in Höhe von 12.000 Euro schuldig geblieben. Jene angeblichen Investoren, die er ins Spiel bringt, einen indischen Fonds und ein italienisch-französisches Konsortium, will er nicht namentlich nennen.

„Er erwartet minütlich, dass der Investor performt“, schrieb Fux dem Unternehmen. Er meinte damit, dass er Geld erwarte und dann zahle. Wer denn dieser ominöse Investor sei, fragte der Staatsanwalt. Fux: „Ich will ihn nicht nennen, weil es eine Chance gibt, ihn noch zu gewinnen.“