© APA/DIETMAR STIPLOVSEK

Chronik Österreich
08/05/2021

Geplanter Mord oder Hirngespinst: Freispruch in Vorarlberg

20- und 19-Jähriger waren wegen verbrecherischen Komplotts angeklagt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig

Zwei junge Männer im Alter von 20 und 19 Jahren sind am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf des verbrecherischen Komplotts freigesprochen worden. Die Männer hatten sich im Frühjahr im Internet und in Gesprächen ausgemalt, wie sie eine junge Joggerin als Zufallsopfer vergewaltigen, töten und ihren Körper schließlich entsorgen könnten.

Das Gericht sprach die beiden im Zweifel frei, die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Der 20-jährige Vorarlberger und der 19-jährige Deutsche besprachen sich am Telefon und im Chat darüber, wie sie einer Joggerin in einem unbelebten Bereich des Bodenseeufers auflauern könnten. In weiterer Folge hätte die Frau - so die Darstellung in den Unterhaltungen - vergewaltigt und anschließend getötet werden sollen.

Leiche im Bodensee versenken

Ebenso erörterten sie, wie die Leiche am besten im Bodensee versenken werden könnte. Sie hielten das für eine bessere Variante, als die Leiche zu verscharren.

Für das Gericht galt es als Kernfrage zu klären, ob es sich bei den Unterhaltungen lediglich um „heiße Luft“ - so die Verantwortung der Angeklagten - handelte oder um einen echten Tatplan. Für Zweiteres sprach etwa, dass die Angeklagten einen konkreten Tattag ins Auge gefasst hatten. Die beiden Männer stellten den Inhalt ihrer Chats hingegen als Gehirngespinste dar.

Es sei quasi ein Wettstreit entbrannt, wer die härteren Ausdrücke verwende. Bei der Vorstellung des Gutachtens von Gerichtspsychiater Reinhard Haller war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Wäre der 20-Jährige verurteilt worden, hätte er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden sollen.

Sozialbetreuer anvertraut

Ans Tageslicht kam die Angelegenheit, weil der der Vorarlberger seine Ideen seinem Sozialbetreuer anvertraut hatte. Dieser schlug Alarm, weil er sicher war, dass ansonsten etwas passieren würde. So kam das Strafverfahren ins Rollen. Das Gericht sprach die Angeklagten aber im Zweifel vom Vorwurf des verbrecherischen Komplotts frei.

Beim Zweitangeklagten gab es einen Schuldspruch wegen kinderpornografischer Darstellungen und einer kleineren Sachbeschädigung, was ihm acht Monate Haft auf Bewährung einbrachte. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.