Festnahme im Spionagefall beim Bundesheer

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Österreich
06/25/2021

Geldstrafen nach Exzess-Videos beim Heer

Anfang des Jahres machten Aufnahmen einer eskalierten Feier in der Kaserne Güssing die Runde. Fast alle Beteiligten wurden mittlerweile bestraft.

von Michaela Reibenwein

Die Partyvideos machten Anfang des Jahres die Runde: 35 Kaderanwärter des Bundesheers feierten in der Kaserne Güssing, Burgenland. Dabei floss reichlich Alkohol. Und der enthemmte manche der Feiernden so sehr, dass sie (sehr viel) nackte Haut zeigten. Die Handy-Kameras liefen mit.

Burgenlands Militärkommandant Gernot Gasser kommentierte die Videos damals so: „Das – verzeihen Sie mir den Ausdruck – kotzt mich an.“ Vier Beteiligte wurden suspendiert, gegen alle wurden Disziplinarverfahren eingeleitet.

Wie nun bekannt wurde, hat die Causa die Disziplinarbehörde zuletzt des Öfteren beschäftigt. Alle Verfahren bis auf eines sind mittlerweile abgeschlossen, bestätigt Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Über die Höhe der Strafen will man keine Auskunft geben. Eine Vorstellung gibt aber ein anonymisiert veröffentlichtes Urteil der Bundesdisziplinarbehörde, das sich mit einem der Hauptakteure der Videos beschäftigt.

Dem jungen Mann ist die Angelegenheit mehr als unangenehm. „Ich geniere mich sehr dafür, so etwas wird nie wieder passieren“, schreibt er in einer Stellungnahme. „Hätte ich auch nur in irgendeiner Art und Weise geahnt, dass ich in dieser sowohl für mich persönlich, als auch für das österreichische Bundesheer, hoch-peinlichen Situation gefilmt werde, respektive diese Bilder und Videos ja sogar noch (...) verbreitet werden, (...) hätte ich nie so gehandelt.“ Die Aktion sei dem Alkohol geschuldet gewesen.

Pflichtverletzung

Die Behörde nahm aber nicht nur auf den Inhalt des Videos Bezug, sondern auch auf die Missachtung der Corona-Schutzmaßnahmen und erkannte unterm Strich eine „mittelschwere bis schwere Pflichtverletzung“. Der Soldat wurde zu einer Geldstrafe über 1.800 Euro verurteilt. Die Suspendierungen wurden aufgehoben.

Ein Soldat, der an der Partynacht teilgenommen hatte, wurde einige Tage später tot aufgefunden.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Die Telefon-Seelsorge hilft unentgeltlich unter 142.

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