Diese Sportler machen in Sachen Vitamin D alles richtig: Sport und Sonne auf der Haut machen glücklich.

© REUTERS/DAVID RYDER

Chronik Österreich
02/17/2020

Frühling im Februar: Was dieses Wetter mit uns macht

Die extrem frühe Wärmephase im Februar bringt nicht nur Vorteile. Probleme gibt es für Tiere, Landwirte und Allergiker

von Birgit Seiser, Roland Pittner

Dass der Frühling seinem Namen Ehre macht und sehr früh daher kommt, freut viele. Temperaturen im zweistelligen Bereich sind Mitte Februar zwar alles andere als normal. Trotzdem ziehen seit Monatsbeginn im Wochentakt Atlantiktiefs über Österreich, die zunächst Wärme und später Sturm und einen Temperaturabfall bedeuten. Doch was bewirken diese Wetterlagen eigentlich bei Mensch, Tier und Umwelt? Der KURIER erklärt, was die Vorteile dieser Wetterlagen sind und welche Nachteile sie mitbringen.

Der Mensch

Der kalte Winter zehrt an der Gesundheit. Durch die langen Nächte fehlt es am „Sonnen-Vitamin“ D. Es ist wichtig für die Ausschüttung des Botenstoffs Serotonin, der für gute Laune zuständig ist. Auf der anderen Seite wird mehr vom Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet, das uns müde macht. Kommt der Frühlingssonnenschein also schon im Februar, hilft das gegen Winterdepression.

Ein weiterer Vorteil der hohen Temperaturen ist, dass Viren dadurch abgetötet werden. Während Kälte das Immunsystem schwächt, fühlen sich Viren in der Kälte wohl. Die Ansteckungsgefahr wird dadurch erhöht.

TIPP: Zeigen Sie Haut: Vitamin D wird nämlich darüber aufgenommen. Beim Sonnenbad sollte man deshalb für einige Minuten zumindest die Ärmel hochkrempeln, um die UVB-Strahlen direkt an die Haut zu lassen. Das Sonnen-Vitamin stärkt zudem das Immunsystem.

Die Tiere

Ein Phänomen das sowohl Mensch und Tier betrifft, ist die Zeckengefahr. Während die kleinen Blutsauger früher nur von März bis Oktober aktiv waren, schlagen sie mittlerweile ganzjährig zu. Außerdem können eingewanderte Arten durch den fehlenden Frost in unseren Breiten überwintern. Erst 2018 wurde erstmals eine subtropische Zeckenart in Österreich nachgewiesen, die das Thogot-Virus oder West-Nil-Virus übertragen kann.

Mit dem Überwintern tun sich derzeit Igel und Hasen schwer. Die warmen Temperaturen lassen die Wildtiere glauben, der Frühling wäre bereits da. Der Igel beendet dann seinen Winterschlaf. Da es derzeit aber noch nicht genug Nahrung gibt, drohen die Tiere zu verhungern.

Bei Hasen hat die Wärme einen anderen Effekt: Sie geraten verfrüht in amouröse Stimmung. Laut Pfotenhilfe wurden heuer schon erste Hasenbabys gefunden – normalerweise ist das erst im März der Fall. Für die kleinen Tiere könnte ein neuerlicher Kälteeinbruch den Tod bedeuten.

TIPP: Findet man ein Tier, das Hilfe brauchen könnte, ruft man am besten die Wildtierhotline an. Dort kann man sich informieren, wie man vorgehen soll. Die Findeltiere werden versorgt:  0677/614 25 226 .

Die Umwelt

Die ungewöhnliche Wärme und die länger werdenden Tage lassen auch die Natur erwachen. Erste Krokusse und Frühlingsknotenblumen zieren bereits die Wiesen.

Eher problematisch sehen die milden Temperaturen die Obstbauern und Winzer. Durch den frühen Vegetationsbeginn steigt die Gefahr, dass die Obstbäume Knospen ausbilden und dann doch noch Frost ausgesetzt sind. Die Ernte wäre zerstört, wie es auch in den Jahren 2016 und 2017 in großen Teilen Österreichs war. Damals gab es mehrere Frostnächte von April bis Mai, die zu Millionenschäden in der Landwirtschaft führten. Durch den milden Winter hätten auch viele Schädlinge in den Obstbäumen und Feldern unbeschadet überlebt, hier könnte es zu vermehrten Problemen in der Landwirtschaft kommen.

Die derzeit anhaltende Trockenheit in Teilen Österreichs ist zudem schlecht für die Ackerkulturen. Auch die Pegelwerte des Neusiedler Sees liegen unter dem langjährigen Mittelwert.

Probleme bereitet der frühe Start in die Vegetation Allergikern. Durch die Wärme sind schon erste Pollen in der Luft. Vor allem die Haselsträucher sind blühbereit, ebenso wie Zypressengewächse und Erlen. Die Pollensaison startet besonders früh.

TIPP: Auch wenn die Temperaturen dazu einladen, in die neue Gartensaison zu starten oder den Balkon mit Pflanzen zu bestücken, sollten sich Hobbygärtner noch gedulden. Für Pollenallergiker ist in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr Früh die Pollenbelastung am niedrigsten. In ländlichen Gebieten sollte zwischen 19 und 24 Uhr gelüftet werden.

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