Chronik | Österreich
05.11.2017

Friedrich F. drohte schon 2011 mit Waffengewalt

Fahndung nach Doppelmord dauert weiter an.

In der Gegend rund um Stiwoll wird weiter nach Friedrich F. gefahndet. "Es gehen laufend Hinweise ein, wir gehen allen nach", erklärt ein Polizeisprecher.

Der Steirer, der vergangenen Sonntag zwei Nachbarn getötet haben soll, hat bereits 2011 mit Waffengewalt gedroht. Wie das Landesgericht für Strafsachen Graz mitteilte, war er wegen versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt vor Gericht gestanden. Wie der KURIER berichtete, ist Friedrich F. auch auf der Liste von Österreichs meistgesuchten Personen.

Drohungen

Es war der 14. Februar 2011, als der mittlerweile 66-Jährige ein eMail an das Justizministerium schickte. Darin habe er von "Fehlleistungen von Richterinnen" geschrieben und die Abstellung von "Justizgaunereien" gefordert – "widrigenfalls er nur mehr den Weg zur Waffe sehe", wie es in dem Schreiben des Gerichts heißt. Das Landesgericht für Strafsachen listete weitere Verfahren auf, die gegen F. liefen. 2012 brachte die Staatsanwaltschaft Graz einen Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung einer Behörde ein. Der Steirer hatte Flugzettel verteilt, auf denen Vorwürfe gegen das Bezirksgericht Frohnleiten erhoben wurden. 2014 wurde erneut ein Strafantrag gegen F. eingebracht, diesmal wegen übler Nachrede gegenüber zwei Richtern. Und erst im Mai 2017 folgte ein neuer Antrag wegen versuchter Nötigung in einem Exekutionsverfahren. Alle drei Strafanträge wurden zurückgezogen, weil in Gutachten festgestellt wurde, dass F. zum Zeitpunkt der Taten unzurechnungsfähig war. Eine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, stand nicht im Raum, dazu sei eine "Anlasstat" notwendig.