Die im Mai eröffnete Schau zur Motorradgeschichte soll internationale Fans nach Mattighofen locken

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Chronik Österreich
08/15/2019

Förderstreit um KTM: Museum oder Schulungsraum?

KTM-Chef Pierer sprach von primär betriebsinterner Nutzung der Motohall in Mattighofen.

von Wolfgang Atzenhofer

Die Diskussion um die Kulturförderung des Landes Oberösterreich für die KTM Motohall in Mattighofen wurde nun durch Aussagen von KTM-Chef Stefan Pierer neu befeuert. Dieser verteidigte im Fachmagazin Speedweek.com die zugeschossenen Förderungen. Dabei beschrieb er aber auch die betriebsinterne Nutzung der Motohall durch KTM. Weil dieser vom Land eine 1,8 Millionen Euro schwere Förderung auf drei Jahre als Museum zugesprochen worden war, sehen Kritiker neue Widersprüche.

Eröffnet hatte die Debatte um die Kulturförderung, wie berichtet, die Kulturplattform KUPF. Die kritisierte, dass für die freien Kulturvereine 2018 Subventionen in Millionenhöhe eingespart worden sind, dafür aber die KTM Motohall 600.000 Euro aus dem Kulturtopf zugeschossen bekam. KUPF bat den oö. Landesrechnungshof um eine Überprüfung.

Aus dem Büro von Kulturreferent Thomas Stelzer wurde die Förderung als Unterstützung für „einen weiteren Meilenstein für die technisch-kulturwissenschaftliche Geschichte in Oberösterreich“, der nicht Teil des Betriebes sei, verteidigt. Die Förderung ist 2015 einstimmig von ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen beschlossen worden.

Eigennutzung

Dass Pierer nun in einem Interview die Nutzung der Motohall „in erster Linie für interne Zwecke“, zum Beispiel für Schulungen und große Events seiner Firma beschrieb, sorgt für neue Aufregung. Nicht aber in der Kulturabteilung des Landes: „Die Nutzung betrifft das in der Motohall integrierte Veranstaltungszentrum. Das wird von der Stadt Mattighofen auch mit Bedarfszuweisungsmitteln gefördert und dient der Region. Die Kulturförderung des Landes betrifft nur das Museum der Motohall“, war hinter vorgehaltener Hand zu erfahren.

Die 1,8 Millionen Euro Kulturförderung entsprechen zehn Prozent der Investition von 18 Millionen Euro ins Museum. Insgesamt wurden mit Eventräumen und öffentlich nutzbarer Tiefgarage 35 Millionen Euro investiert. Aus dem Büro von LH Stelzer heißt es, dass man Interviews von KTM-Chef Pierer nicht kommentiere.

Der Grüne Kultursprecher in OÖ, Severin Mayr, kündigte an, die KTM-Causa in den Landtag zu bringen. Der dritten Jahresrate der Förderung werden die Grünen nicht mehr zustimmen.