© APA/dpa/Sven Hoppe

Chronik Österreich
11/18/2019

Fluten, Muren, Schnee: Diese Zugstrecken sind gesperrt

Speziell im Westen und Süden verkehren viele Züge nicht. Wegen Straßensperren ist teilweise auch kein Schienenersatzverkehr unterwegs.

Aufgrund massiver Niederschläge und Unwetter waren am Montag zahlreiche Zugstrecken im Westen und Süden Österreichs unterbrochen. Teilweise ist auch kein Schienenersatzverkehr möglich, weil die Straßen gesperrt sind, informierten die ÖBB

Da genaue Prognosen wetterbedingt zurzeit schwierig sind, empfehlen die ÖBB, sich vor geplanten Reisen nochmals über den aktuellen Status online unter www.oebb.at oder telefonisch unter 07-1717 zu informieren.

Im Detail

Für Fernverkehrszüge sind auf der Tauernstrecke zwischen Schwarzach-St. Veit und Spittal-Millstättersee keine Fahrten möglich. Zwischen Bischofshofen und Spittal-Millstättersee wurde für Fernverkehrszüge ein Schienenersatzverkehr mit Bussen über die Tauernautobahn (A10) eingerichtet. Auf der Strecke Spittal-Mallnitz war aufgrund der Unwetterschäden kein Fern- und Nah-, sowie Schienenersatzverkehr möglich.

Auch im Gasteinertal war aufgrund der Unwetterlage kein Schienenersatzverkehr möglich. Die Dauer der Sperre ist derzeit nicht absehbar, berichteten die ÖBB am Montagvormittag. Aufgrund der akuten Lawinengefahr musste auch die Tauernschleuse für den Autoreisezug zwischen Mallnitz und Böckstein am Sonntag gesperrt werden.

Wegen eines Murenabganges waren auch zwischen Saalfelden und Hochfilzen keine Bahnfahrten möglich. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Strecke in diesem Bereich nach einer geologischen Begutachtung durch Experten weiter gesperrt. Wegen Unwetterschäden ist auch die Bahnstrecke zwischen Bruck-Fusch und Zell am See unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde zwischen Hochfilzen und Bruck-Fusch eingerichtet. Der Bahnhof Zell am See kann vom Schienenersatzverkehr nicht angefahren werden. Fernverkehrszüge werden umgeleitet.

Die Streckensperre für die Bahnverbindung zwischen Lienz und San Candido/Innichen bleibt bis auf weiteres aufrecht. Die Schäden an der Strecke betreffen die Masten und Oberleitungen, sowie Verlegung der Strecke. Der Schienenersatzverkehr zwischen Lienz und Sillian wurde laut Bahn eingerichtet. Die Drautalbahn in Osttirol bleibt laut ÖBB voraussichtlich bis zum 30. November gesperrt.

Unterbrochen war auch die Strecke Steeg-Gosau - Obertraun-Dachsteinhöhlen, laut ÖBB voraussichtlich bis 17.00 Uhr. Ein Schienenersatzverkehr für den Nahverkehr zwischen Bad Aussee und Obertraun-Dachsteinhöhlen wird ab 12.50 Uhr Uhr eingerichtet. Zwischen Unzmarkt und Thalheim Pöls war der Betrieb durch die Hochwasserführende Mur nur eingleisig möglich.

Im Außerfern war am Montag die Strecke zwischen Reutte und Garmisch-Partenkirchen auf deutscher Seite weiter unterbrochen, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Die Sperre dauert voraussichtlich noch den gesamten Montag an.

Zug entgleist

Im Südtiroler Pustertal ist Montagfrüh zwischen Kiens und Mühlbach ein Zug wegen einer Mure entgleist. Im Zug befanden sich drei Zugbegleiter und ein Passagier. Sie wurden laut Medienberichten evakuiert, blieben aber unverletzt. Die Bahnlinie ins Pustertal wurde vorerst gesperrt.

Eine Mure war laut dem Onlineportal stol.it bei der Einfahrt Mühlbach Ost auf die Gleise abgegangen. Der Zug, der in Richtung Franzensfeste unterwegs war, wurde ausgebremst und entgleist.

Entspannung ab Mittwoch

Nochmals Regen und Schneefall im Süden Österreichs hat die ZAMG am Montag prognostiziert. "Aber nicht mehr so extrem wie in den letzten Tagen", fügten die Meteorologen hinzu. Ab Mittwoch ist eine "nachhaltige Entspannung" in Aussicht.

Eine Häufung von Tiefdruckgebieten im Mittelmeer-Raum ist prinzipiell für den Herbst typisch, wenn sich kalte Luft aus dem Norden mit der noch warmen Luft über dem Mittelmeer mischt, erklärten die ZAMG-Experten. Die derzeit vor allem für den Süden Österreichs sehr feuchte Wetterlage hält sich aber bereits seit Anfang November und damit relativ lange. Außerdem war die Intensität des Niederschlags zeitweise ungewöhnlich hoch, wie eine Auswertung der dreitägigen Niederschlagssummen durch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt.

"Innerhalb von drei Tagen, von Freitag, 15.11., 7.00 Uhr bis Montag, 18.11., 7.00 Uhr, sind in Oberkärnten, in Osttirol und in den südlichen Regionen von Salzburg stellenweise rund 200 bis 300 Millimeter Niederschlag zusammengekommen", sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. "Statistisch gesehen kommen derartige Dreitagesmengen zum Beispiel in Kötschach-Mauthen und Spittal an der Drau alle zehn bis 15 Jahre vor, im Raum Lienz alle 40 bis 50 Jahre und weiter im Norden seltener als alle 50 Jahre, wie in Mallnitz, Obervellach, Kals und Bad Gastein."

Dieser deutliche Nord-Süd-Unterschied ergibt sich, weil die vom Mittelmeer aufziehenden Regen- und Schneewolken normalerweise die größten Niederschlagsmengen bereits an den ersten Gebirgsketten bringen, wie im Bereich der Karnischen Alpen, und für die nördlichen Regionen dann nicht mehr so viel Feuchte vorhanden ist. In den vergangenen Tagen stieß die feuchte Luft aber ungewöhnlich weit in den Norden vor und brachte daher auch entlang der Grenze Kärnten-Salzburg außergewöhnliche Niederschlagsmengen wie im Gasteinertal.

In der Nacht auf Dienstag und am Dienstag selbst regnet und schneit es laut Prognose in Osttirol und Oberkärnten wieder verbreitet. In der Nacht kann es noch teilweise bis in die Täler schneien, tagsüber steigt die Schneefallgrenze am Dienstag dann meist gegen 1.400 Meter. Die Niederschlagsmengen werden nicht mehr so extrem ausfallen wie an den Vortagen. Aber die Lage bleibt noch angespannt, weil die Böden stark durchweicht sind und zum Beispiel weiterhin Hangrutschungen möglich sind.

Am Mittwoch klingen Regen und Schneefall rasch ab. Die restliche Woche bringt nach aktuellem Stand dann keine größeren Regen- und Schneemengen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.